Aachen - Ein „Abenteuer“ mit Künstlern von der Elfenbeinküste

Ein „Abenteuer“ mit Künstlern von der Elfenbeinküste

Von: Sabine Rother
Letzte Aktualisierung:
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Die Regisseurin Monika Gintersdorfer freut sich auf das „Abenteuer“ der Uraufführung ihres Projektes „Partir à l‘aventure“ am kommenden Freitag, 9. Mai, in den Kammerspielen. Foto: Stephan Rauh

Aachen. Am Freitag ist am Theater Aachen die Uraufführung des Projektes „Partir à l‘aventure“ von Monika Gintersdorfer, einer Theaterfrau mit Sendungsbewusstsein und Leidenschaft. Das hat die Regisseurin bei Inszenierungen in Hamburg, München und bei den Salzburger Festspielen bereits bewiesen.

In der Zusammenarbeit mit einem deutsch-afrikanischen Darstellerteam erfährt ihr „theatralisches Nachdenken“ über Fragen zu Globalisierung und Migration nun Verfeinerung und gesteigerte Authentizität.

Neben Darsteller Hauke Heumann sollen die ivorischen Künstler Franck Edmond Yao und Eric Parfait Francis Taregue für ungewohnte Akzente sorgen. Der Frage, ob das gelingt, können die Besucher der Uraufführung des Projektes „Partir à l‘aventure“ (Auf Abenteuer gehen) am Freitag, 9. Mai, 20 Uhr, nachspüren. Sie dürfen allerdings nicht erwarten, dass Monika Gintersdorfer zu gewohnten Strukturen greift, im Gegenteil. Sie bricht auf, was festgefügt scheint, hinterfragt, was bisher nie angezweifelt wurde.

„Wenn wir von Flüchtlingen aus afrikanischen Regionen sprechen, haben alle sofort die entkräfteten Menschen von den Booten vor Augen“, meint sie. „Viele Afrikaner kommen per Flugzeug, ganz bequem. Sie haben sogar ein Visum. Und doch begeben sie sich in eine Ungewissheit und lassen Lebensstrukturen und alles zurück, was ihre Identität ausmachte.“

„Partir à l‘avenir“ umgreift sie alle, die Glückssucher, die gefährliche Wege in Kauf nehmen, vielleicht Wüsten durchqueren, und diejenigen, die ein gültiges Ticket haben, aber dennoch nicht wissen, was auf sie zukommt und wie sie „l‘aventure“, also das Abenteuer, das Unbekannten, bestehen können. In schillernden Facetten soll eine Dynamik entstehen, die vom Improvisations- und Entertainer-Talent der Akteure getragen wird.

Feste Texte gibt es nicht, dafür einen roten Faden und bestimmte inhaltliche Stationen. Verwirrend? „Nein, verwirrend ist es überhaupt nicht, das kann man alles gut verstehen“, verspricht die Regisseurin, die sogar das Lichtpult auf die Bühne platziert. Wenn einer den anderen in den Schatten stellt, muss der sich etwas einfallen lassen.

Auf große Fahrt gehen – ein Lebensprinzip, das der geborenen Österreicherin in die Wiege gelegt wurde: Geboren wurde sie in Peru, wohin der Vater aus beruflichen Gründen ging, es folgten Kindheit in Argentinien und Mexiko, später dann Schulzeit und Studium in Deutschland.

Die Auseinandersetzung mit verschiedenen politischen Systemen hat sie wach bleiben lassen für die Kritik an gesellschaftliche Prozessen sowie für verborgene oder nicht anerkannte Nöte. Wie ist das etwa, wenn man ohne Mühe reisen kann, eine Freundin oder ein Partner aber kein Visum bekommen?

Tanz und Gesang, getragen von den Künstlern, deren Heimat die Elfenbeinküste ist, sollen den Zuschauer in den Kammerspielen hineinziehen in die Gedanken von „Partir à l‘aventure“.

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