Dvoráks „Stabat Mater” zum traditionellen Gedenken an 1944

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Aachen. In bereits 65-jähriger Tradition erinnern die Stadt und das Domkapitel gemeinsam auf musikalische Weise an die Befreiung Aachens.

Die Verantwortlichen wählten „Stabat Mater” von Antonin Dvorák, um am Freitagabend im Dom dem Einmarsch der Alliierten am 21. Oktober 1944 zu gedenken und gleichzeitig ein Bekenntnis gegen neue braune Aufmärsche zu betonen.

Dvorák bearbeitete mit der Vollendung seiner wohl bekanntesten Komposition Trauer und Wut über den Tod von drei Kindern innerhalb eines Jahres. Sein Werk über das Leiden der Jungfrau Maria bei der Kreuzigung ihres Sohnes machte ihn schließlich in ganz Europa bekannt. Aachener Domchor und Sinfonieorchester Aachen sind seit Beginn der Vereinbarung für die musikalische Gestaltung des Erinnerungskonzertes verantwortlich. Unter Leitung von Domkapellmeister Berthold Botzet gelang ihnen 2010 eine gute Aufführung, die sich durch eine unaufdringliche Harmonie der Chorstimmen - besonders der Kinderstimmen - auszeichnete. Das Sinfonieorchester spielte souverän, aber leider zu laut, so dass es die Solisten schwer hatten. Botzet selbst agierte präzise, aber etwas leidenschaftslos - der Funke des durchaus emotionalen Werkes sprang nicht richtig über.

Wie viel Gefühl möglich ist, zeigte Solo-Tenor Albrecht Sack. Sack, der musikalisch besonders im Leipziger Thomanerchor geprägt wurde, ließ die Zuhörer während seines Solo-Einsatzes im sechsten Teil mitleidende Trauer, aber auch Wut spüren. Petra Hasse (Sopran), Melanie Forgeron (Alt) und Daniel Blumenschein (Bass) ergänzten das sehr gut aufgelegte Solistenquartett.
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