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Dom-Benefizkonzert: Stimmen entfalten wundervollen Glanz

Von: Alfred Beaujean
Letzte Aktualisierung:
Wohlklang unter dem Barbarossa
Wohlklang unter dem Barbarossaleuchter: das Benefizkonzert im Aachener Dom. Foto: A. Schmitter

Aachen. Das 26. Benefizkonzert zur Erhaltung des Aachener Doms fand wiederum regen Zuspruch. Diesmal war es auf herbstliche Elegie gestimmt, passend zum Trauermonat November. Unter der Leitung von Volker Hartung sangen und spielten der Philharmonische Kammerchor Essen und die Junge Philharmonie Köln.

Zwei gewichtige Werke bestimmten das Programm: Mozarts Klarinettenkonzert, das letzte vollendete Werk des Meisters, und das Requiem von Gabriel Fauré. Bei aller stilistischer Unterschiedlichkeit hatten sie eines gemeinsam, den elegischen Ton, der sich bei Mozart weniger in den schnellen Ecksätzen, dafür umso mehr im wundervollen Adagio ausprägt. Faurés Totenmesse verzichtet, anders als Berlioz und Verdi, auf blechgepanzerte Schreckbilder des Jüngsten Gerichts, die „Dies irae”-Sequenz fehlt. Stattdessen waltet über dem Ganzen trotz gelegentlicher dynamischer Steigerungen -etwa im Sanctus - ein Ton des Trostes und der Ruhe. Der Schluss, der Begräbnisgesang „In Paradisum” ist quasi eine musikalische Himmelfahrt.

Bei Mozart gab es leider akustische Probleme. So schön und ausdrucksstark der Moskauer Klarinettist Rafael Schwarzstein auch blies, so sehr verunklarte die bekanntlich schwierige Raumakustik des Doms in den Ecksätzen das Klangbild. Umso schöner blühte die Kantilene des Adagios auf. Hartung und seine Musiker blieben dem symphonisch reichen Orchestersatz nichts an Prägnanz schuldig, soweit sich das beurteilen ließ.

Ganz anders das Klangbild in dem Chorwerk. Hier konnte sich der in allen Stimmen gleich opulent klingende Essener Kammerchor in reichgestufter Dynamik und sprachlicher Prägnanz wun- derschön entfalten. In die klangschöne Wiedergabe fügten sich die beiden Solisten, der Bariton Sebastian Klein und die Sopranistin Susanna Martin, makellos ein.

Allerdings: Faurés Requiem, auch wenn man es wie hier in der kleiner besetzten Fassung spielt, braucht den Orgelklang. Ein Positiv kann nur ein Notbehelf sein, wie man vor allem im Schlussgesang schmerzlich feststellen musste, wo die charakteristischen Dreiklangbrechungen des Orgeldiskant kaum zu hören waren.

Maurice Ravels „Pavane pour une infante dé-funte”, die den Anfang machte, wirkte in der Orchesterfassung daneben ein wenig kunstgewerblich. Viel Beifall für alle Ausführenden.
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