Aachen/Köln - Dieter Löbach ist in Aachen unvergessen

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Dieter Löbach ist in Aachen unvergessen

Von: Bernd Büttgens
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In Aachen unvergessen: Der ehemalige Schauspieldirektor Dieter Löbach wird morgen 80 Jahre alt.

Aachen/Köln. Das stimmt schon, gratulieren sollte man ihm noch nicht. Am Dienstag wäre der passende Tag dafür. Aber dann bitte alle und ganz laut! Denn am Dienstag wird Dieter Löbach 80 Jahre – ja, man darf das so sagen – jung.

Der ehemalige Schauspieldirektor des Aachener Stadttheaters (1982 bis 1992) sprudelt förmlich über, wenn er von all seinen Interessen, seiner Neugier und seinen kulturellen Leidenschaften erzählt. Start und Ziel aller Kulturexkursionen ist die Kölner „Residenz am Dom“. Er hört Vorlesungen in Philosophie und Kunstgeschichte und ist mit seinem Alterssitz „wunderbar zwischen Theater und Philharmonie platziert“.

In ein paar Tagen reist er wieder nach Berlin. Einer seiner Schauspieler aus Aachener Zeiten, Stefan Huber, wird erneut seine Qualitäten als Regisseur unter Beweis stellen. „Clivia“ heißt das Stück, die Komische Oper ist der Spielort – Löbach ist gespannt auf die jüngste Arbeit. „Damals war ich richtig sauer, als er inszenieren wollte“, erinnert sich Löbach an den höchstveranlagten Schauspieler Huber, der in Aachen viele große Rollen in Löbach-Inszenierungen hatte. „Er hatte doch auf der Bühne diese Leichtigkeit, diese Eleganz, und er war fleißig.“ Heute sagt Löbach, dass Huber alles richtig gemacht hat. Top-Schauspieler, Top-Regisseur.

Vielleicht redet er gerne über diese Wandlung, weil sie eine gewisse Verwandtschaft zu seiner eigenen aufweist. Auch Dieter Löbach war ein sehr guter Darsteller, spielte „ein halbes Theaterleben“ erfolgreich unter anderem in Bochum, in Bielefeld, am Nationaltheater Mannheim, bis auch für ihn klar wurde: „Mein Ding ist die Regie.“

Wozu Kollegen ihn schon länger ermutigt hatten, setzte er tatsächlich Anfang der 80er Jahre bewusst um. Und kam auf diese Weise nach Aachen. Nach einer Gastinzenierung von Gogols „Der Revisor“ stimmte vor allem das Ensemble laut und vernehmlich für Löbach als neuen Oberspielleiter. Eine Idee, die der damalige Intendant Manfred Mützel dann in die Tat umsetzte.

Für Löbach wurde daraus ein pulsierendes Jahrzehnt im Dreiländereck – mit bunter, auch wilder Resonanz. Mützel-Nachfolger Klaus Schultz machte ihn gleich zum Schauspieldirektor. Aber sein Zuhause war die Bühne, „und meine Familie war immer das Ensemble“. Auf diese Familie ließ Löbach nichts kommen.

Das Aachener Schauspiel erlebte unter ihm große Jahre, sein kraftvoller, bildreicher und opulenter Zugang zur jeweiligen Geschichte machte seine Inszenierungen oftmals zu Erlebnissen. „Und ich hatte noch die Möglichkeit in diesen Jahren, auch mal zu provozieren, es war alles in allem ein Traum“, sagt Löbach. Ästhetik, Emotion, Trost, Begleitung – das Theater lässt ihn nicht los. Und deshalb wird er weiter reisen: „Ich bin und bleibe halt neugierig.“

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