Bonn - Die Welt intensiv und genau festgehalten

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Die Welt intensiv und genau festgehalten

Von: dpa/ddp
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Bonn. Das außergewöhnliche Lebenswerk des Fotografen Arno Fischer zeigt die Bundeskunsthalle in Bonn von Donnerstag an in einer Retrospektive. Der 1927 in Berlin geborene Fischer zählt zu den bedeutendsten Fotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Rund 170 Fotografien werden bis zum 3. Januar 2010 zu den verschiedenen Schaffensphasen präsentiert. Fischers Schwarz-Weiß-Bilder haben Generationen von Fotografen maßgeblich geprägt, nicht nur im Osten Deutschlands.

Den Ausgangspunkt der Schau bildet Fischers frühe Fotoserie „Situation Berlin” zur sozialen, kulturellen und politischen Realität in der damaligen Vier-Sektoren-Stadt in den 50er Jahren. Deren geplante Publikation war von der DDR-Kulturbürokratie im Zuge des Mauerbaus 1961 verboten worden. Zu sehen sind auch seine Arbeiten für das ostdeutsche Kultur- und Modemagazin „Sibylle” mit Lebenskultur- und Modefotos.

Faszinierend sind seine Porträts aus dem Umfeld von Film, Musik und Theater. Er porträtierte auch Stars wie die Schauspielerin Marlene Dietrich, die Chansonsängerin Juliette Gréco und den Geiger Yehudi Menuhin. Reisebilder aus der DDR und dem Ausland - etwa aus Indien und Afrika - sind ein weiterer Schwerpunkt der Schau. In den Jahren 1978 und 1984 reiste Arno Fischer nach New York.

Doch erst 1988 konnten 150 der dort entstandenen Fotografien in dem Buch „New York. Ansichten” publiziert werden, zu dem Heiner Müller einen Text schrieb. Diese Bilder erstaunen noch heute durch die Intensität und Genauigkeit, mit der Arno Fischer Menschen und Situationen in dieser ebenso fremden wie faszinierenden Stadt festhielt. Zahlreiche dieser Bilder sind als Vintage-Prints in der Ausstellung zu sehen.

Den letzten Schwerpunkt der Ausstellung bildet eine Reihe von Polaroid-Fotografien, die Arno Fischer in seinem Garten aufnahm. 1978 kauften Fischer und seine Ehefrau, die Fotografin Sibylle Bergemann, ein Neubauernhaus in Gransee nördlich von Berlin. Im gleichen Jahr begann er, mit der Sofortbildkamera SX 70 Stillleben und Details dieses Gartens zu fotografieren: Pflanzen und Steine, Gerät und Mobiliar.

Diese Bilder, einmalig und unwiederholbar, präsentieren sich als eine Verdichtung seines Werkes an einem sehr persönlichen Gegenstand. Von Jahr zu Jahr verbrachte Arno Fischer mehr Zeit an diesem Ort, der für ihn mittlerweile zu einem verwunschenen Refugium geworden ist. Die „Garten”-Serie, die erst 2007 mit der Einstellung der Produktion von Polaroid-Filmen abbrach, umfasst Bilder aus 30 Jahren, die der Künstler zu Triptychen zusammenfügte.

Bücher, Magazine und Dokumente betten die Arbeit des Fotografen in einen breiteren historisch-kulturellen Kontext ein. Fischer lebt heute mit seiner Frau, zurückgezogen in seinem Bauernhaus bei Berlin.

„Arno Fischer - Retrospektive”, Bundeskunsthalle Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4. Dauer: bis 3. Januar 2010. Geöffnet: Di./Mi. 10-21, Do.-So. 10-19 Uhr. Eintritt: acht Euro, ermäßigt fünf Euro.
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