Die Stillen bekommen ihr Forum

Von: Eckhard Hoog
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Sie stellt in der alten Reichsabtei Kornelimünster diesmal mit Gerhard Taubert und Heinrich Gillis Görtz zwei eher stille Künstler im Lande vor, die dennoch Beachtung verdienen: Maria Engels. Foto: Ralf Roeger

Kornelimünster. Weder den gefeierten Heroen der Kunst noch den Revolutionären des Pinsels oder den Wegbereitern atemberaubender Stile widmet sich die neue Doppelausstellung in der Sammlung Kunst aus NRW in der alten Reichsabtei in Kornelimünster - stattdessen kommen mit dem Düsseldorfer Gerhard Taubert (82) und dem kürzlich verstorbenen, aus Nettetal-Lobberich stammenden Heinrich Gillis Görtz zwei eher Stille im Lande zum Zuge.

Gleichwohl ist die Schau sehenswert; weder der eine noch der andere kümmerte sich um Trends und Moden oder den Markt, unbeirrt gingen sie ihren Weg und können ein eigenständiges Werk vorlegen, das große Beachtung verdient hat.

„Vom Erleben zur Form” - unter diesem Motto verstand Heinrich Gillis Görtz seine künstlerische Arbeit, der sich mit sensiblem Blick für grafische Phänomene und Strukturen in der Welt vielfach von seiner niederrheinischen Heimat und Landschaft inspirieren ließ. Seine Bilder geben verinnerlichte Formen des Erlebten und Gesehenen wieder - wie geheimnisvolle Zeichen wirken seine Linien in einer amorphen Farbumgebung. Dabei mögen immer auch wieder sein Leiden und seine langjährige Krankheit aus dem tiefsten Inneren die Hand geführt haben, wenn scherbenhafte, scharfkantige Gebilde vor einem rein malerisch gestalteten Hintergrund auftauchen.

Menschenleere Landschaften

Menschenleere Landschaften, entstanden unter dem Eindruck südlicher Farbigkeit, in der Provence zum Beispiel, darüber hat Gerhard Taubert sein künstlerisches Herzblut vergossen. Auch bei ihm sind das Erlebte und Gesehen nur Anlass, um Felder, Häuser, Bäume in eine neue, erfundene Bildwirklichkeit zu überführen, die von magischer Ausdruckskraft ist. Er malt die Landschaft nicht einfach ab, schafft keine Veduten - unter seiner Hand geraten sie zu fast abstrakten Gebilden, die das Assoziationsvermögen des Betrachters spannungsvoll herausfordern. Die Horizontline markiert dabei das landschaftliche Wesen. Eine von Maria Engels sorgfältig vorbereitete Schau.

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