Die „Kunstmetropole” jetzt mit Bindestrich

Von: js
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Aachen. Zwei riesige Augenpaare werden ab Ende Februar die Aachener anstarren: Links auf dem Plakat ein frisch rasierter Herr mit Barett auf dem Kopf, rechts eine stoppelbärtige Verbrecher-Visage.

Darunter führt der Hinweis „parallelwelten-aachen.de” nicht etwa in einen Science-Fiction-Film oder die Integrationsdebatte, sondern zu den zwei Kunsthöhepunkten des Jahres: Das Suermondt-Ludwig-Museum und das Ludwig Forum Aachen werben erstmals im großen Stil gemeinsam für ihre publikumsträchtigen Schauen.

Zeitgleich locken der Renaissance-Maler Joos van Cleve (17. März bis 26. Juni) und die Ausstellung „Hyper Real” zum 20-jährigen Bestehen des Ludwig Forums (13. März bis 19. Juni) nach Aachen. Auch an Bahnhöfen und in Zügen an Rhein und Ruhr werden die beiden Gesichter auf Plakaten werben: Links Joos van Cleve im Selbstporträt, rechts der Künstler Richard Serra gemalt vom Kollegen Chuck Close. Ein Zeitsprung vom 16. ins 20. Jahrhundert, vom „Leonardo des Nordens” zur ersten Riege der US-Fotorealisten und dem American Way of Life um 1970.

Das Frühjahr ist klimatisch vorteilhaft für empfindliche Kunst und zeitlich günstig für die Terminkalender des Fachpublikums. Denn Europas größte Kunstmesse, die Tefaf in Maastricht, öffnet ab 18. März die Tore, Art Cologne und Brüssel folgen ab April. Mit dem gemeinsamen Auftritt wolle man überregional auf die „Kunstmetropole Aachen” hinweisen, sagt Kulturdezernent Wolfgang Rombey vollmundig. 25.000 Besucher peilt Museumsdirektor Peter van den Brink an. Forums-Direktorin Brigitte Franßen operiert mit ähnlichen Zahlen. Der „gut sichtbare Bindestrich”, sagt van den Brink, soll Besucher nun offensiv auch ins Haus der Kollegen leiten.

Ein Kombi-Ticket ermöglicht für zehn Euro den Besuch beider Ausstellungen, sieben Euro kostet das Einzelticket. Kostenlos pendelt ein Shuttle-Bus am Wochenende zwischen beiden Häusern. Neben Workshops oder Übernachtungspaketen setzt der Kulturbetrieb auch auf „Guerilla-Marketing” beim Aachener Rosenmontagszug oder mit Hilfe eines Straßenmalers vor dem Kölner Dom.

Angesichts der eingeheimsten Fördergelder von gut einer Million Euro glauben die Macher, dass der Betriebsausschuss Kultur heute den freien Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren durchwinkt. Per Facebook und Twitter werde der Nachwuchs sowieso geködert. „Wir wollen es Jugendlichen so leicht und sexy wie möglich machen”, sagt Franßen.
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