Der Tod als eleganter Dandy

Von: sus
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Unglücklich: Annemieke van Dam in der Hauptrolle der jungen Kaiserin Elisabeth (hier mit Markus Pol als Kaiser Franz Josef I.) im gleichnamigen Musical, das im Düsseldorfer Capitol angelaufen ist. Foto: Thomas Brill

Düsseldorf. Der Tod ist die bessere Wahl. Zumindest im Musical „Elisabeth”. Während dort Franz Joseph I. (Markus Pol), Kaiser von Österreich, ein konservatives, pflichtbewusstes und feiges Muttersöhnchen ist, erweckt der schnieke Sensenmann (Oliver Arno) fatale Begierden.

Eben deshalb, weil er nicht im Gewand des Kapuzenmantelträgers daher kommt, sondern in Gestalt eines eleganten Dandys. Und wenn man erst 15 Jahre alt ist, wie Elisabeth Amalie Eugenie (Annemieke van Dam), Prinzessin aus dem Hause Wittelsbach, verträumt, naiv und voller Neugier - dann lässt man sich umso leichter verführen.

Um später, umso entsetzter, festzustellen, dass man als junge Kaiserin abgerichtet, geknebelt und vorgeführt wird. Die Premiere von „Elisabeth” (Idee, Buch- und Liedtexte: Michael Kunze, Musik, Chorsatz und Orchestrierung: Sylvester Levay) im Düsseldorfer Capitol Theater offenbart einen neuen Blick auf „Sissi”.

Wir lernen eine Frau kennen, die Heine liebt, an Magersucht leidet und schlecht mit dem Älterwerden klarkommt. Van Dam verkörpert sie souverän. Arno steht ihr dabei kongenial zur Seite. Mehr als Kaiser Franz Joseph prägt sich der Attentäter Luigi Lucheni (Bruno Grassini) ein, der 1898 Sissi erstach, aber im Musical den süffisanten Kommentator und historisch bewanderten Erzähler in einer Person vereint.

„Elisabeth” ist morbide, dekadent und verführerisch. Es gibt ein wunderbares Bühnenbild, originalgetreue Kostüme und bezaubernde Ohrwürmer. Aufgrund der teils brutalen Bilder ist es für Kinder nicht geeignet.

„Elisabeth” läuft bis 25. April im Capitol Theater Düsseldorf, Erkrather Straße 30.
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