Aachen - Der Christuspartie unpathetische Würde gegeben

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Der Christuspartie unpathetische Würde gegeben

Von: Alfred Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Unter den beiden Passionsmusiken von Johann Sebastian Bach ist die ältere nach Johannes die dramatischere, in ihrem Gesamtduktus die erregtere. Von dieser Seite ging denn auch Georg Hage mit seinem Kammerchor des Aachener Bachvereins in der Kirche St. Michael an das Werk heran.

Seine temperamentvoll-zügige Wiedergabe konnte sich in erster Linie auf den vorzüglichen, in allen vier Stimmen ausgeglichenen, technisch perfekten, prägnant artikulierenden Chor stützen, der sich mit spürbarem Engagement in die ausgedehnte, affektgeladene Polyphonie der Judenchöre stürzte. Dass trotz der chorischen Begrenzung auf 36 Stimmen das relativ klangschwache historische Instrumentarium des Aachener Bachorchesters, das wichtige Bläserstimmen beizutragen hat, unterging, scheint ein unlösbares Problem zu sein. So kamen die Instrumentalsolisten in der Hauptsache in den Arien zur Geltung.

Hage konnte mit einem qualitätvollen Solistenensemble aufwarten. Allen voran der Tenor Andreas Post, der nicht nur den Evangelistenpart manchmal an die Grenze gehend sang, sondern auch noch die schwierigen Tenorarien. Eine Leistung für sich. Manfred Bittner gab der Christuspartie unpathetische Würde. Die Sopranistin Silke Schwarz, die Altistin Elisabeth Popien, der Bassist Simon Schnorr wahrten das überaus hohe Niveau des Ganzen.

Bach und Jazz sind bekanntlich nichts Neues. So etwas versuchte denn auch Hage, indem er nach dem ersten Teil die Komposition „Cross Section” für Klavier, Saxophon und Orchester von Ralf Schmideinfügte. Ob man sie als Bereicherung oder als Fremdkörper empfand, mag der einzelne Hörer für sich entscheiden. Ein Trost: So lang wie die Karfreitagspredigt , die zu Bachs Zeiten in Leipzig hier eingeschoben wurde, war sie nicht...
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