Debatte um Aufwertung der NRW-Kultur geht weiter

Von: Gerd Korinthenberg, dpa
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Düsseldorf. Ein Jahr nach Veröffentlichung des kulturpolitischen Expertenpapiers „Kunst NRW” geht die Debatte in die nächste Runde.

Bis zum Herbst sollen „Schlussfolgerungen” aus fünf Diskussionsrunden gezogen werden, an denen in den vergangenen Monaten etwa 170 Vertreter aller Kultursparten im Lande teilgenommen haben. Dies kündigte der Präsident der Kunststiftung NRW, Fritz Schaumann, am Dienstag an.

Eine Expertenkommission unter Leitung des früheren Bahn-Chefs Heinz Dürr hatte im Sommer 2008 die 80-seitige Ideenliste zur Aufwertung der NRW-Kultur im Auftrag der Kunststiftung und der Landesregierung vorgelegt.

Seit seinem Erscheinen habe das Papier, das unter anderem die Einrichtung von Staatstheatern in Essen und Köln vorschlägt, unabhängig von der Umsetzung der Ideen „in den unterschiedlichsten Bereichen intensive Debatten ausgelöst, das war für sich wertvoll”, sagte Schaumann.

Zwar sei bei den Vorschlägen der Diskussionsrunden „Rücksicht auf die finanzielle Realisierbarkeit” zu nehmen, meinte der Stiftungspräsident. „Für mich ist aber schon jetzt klar, dass der Kulturetat des Landes trotz aller Widrigkeiten weiter erhöht werden muss.” Die von der Landesregierung bis 2010 zugesagte und schon fast erreichte Verdoppelung auf 140 Millionen Euro „kann nicht das Ende der Fahnenstange sein”, betonte Schaumann.

Die „Schlussfolgerungen” als Auswertungen der einzelnen Gesprächsrunden wollen Schaumann und NRW-Kulturstaatssekretär Hans- Heinrich Grosse-Brockhoff in den kommenden Wochen verfassen und auch mit dem zehnköpfigen Autoren-Team des Ideenpapiers besprechen. „Dann muss der Ministerpräsident entscheiden, was er daraus für die Kulturpolitik ableitet”, sagte Schaumann. Ohne Einzelheiten vorab nennen zu wollen, lasse sich sagen: „Es gab in allen Kulturbereichen wichtige Anregungen.”

Als erster konkreter Schritt sei bereits von der Kunststiftung ein Wissenschaftlerteam mit einem Projekt beauftragt worden, das die Wechselwirkung von Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft beschreiben soll. Die Experten hatten in ihrem Papier ein entsprechendes Institut für „künstlerische Forschungsprojekte” in den drei Themenfeldern vorgeschlagen. Kenntnis der gegenseitigen Einflüsse von kulturellen Aktivitäten, von Wissenschaft und Wirtschaft seien bedeutsam für eine künftige Kulturpolitik. Schaumann: „Ich bin sicher, dass da in NRW die Präferenzen deutlich gesetzt werden.”
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