Cliff Richard vor 14.000 begeisterten Fans

Von: Susanne Schramm
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Geballte Power auf der Bühne: Cliff Richard faszinierte sein Publikum beim Konzert in Köln wie in jungen Jahren. Ein großer Hit folgte dem anderen. Foto: Thomas Brill

Köln. Wunder gibt es immer wieder. Dass man dabei zugegen ist, geschieht allerdings eher selten. Samstagabend kamen 14000 Menschen gleichzeitig in diesen Genuss. Sie erlebten in der Lanxess-Arena einen Sänger und eine Band, die zum letzten Mal vor 20 Jahren zusammen spielten.

Und die so klangen, und wirkten, als hätten sie sich nie getrennt. Ihre Fans bekamen zwei Konzerte zum Preis von einem.

Sie wurden Zeugen eines grandiosen Abends, der (die Pause mit eingerechnet) drei Stunden währte. 38 Stücke und drei Zugaben wurden von vier Männern präsentiert, die Musikgeschichte geschrieben haben, aber trotzdem den Eindruck erweckten, geradewegs einem Jungbrunnen entstiegen zu sein: Cliff Richard (69), Hank Marvin (68), Bruce Welch (68) und Brian Bennett (68).

Kosmos der Popmusik

Wer sich auch nur ein bisschen im Kosmos der Popmusik auskennt, wird bei diesen Namen aufhorchen. Mit Sänger Richard, den beiden Gitarristen Marvin und Welch sowie Schlagzeuger Bennett feierte die legendäre Formation „Cliff Richard & The Shadows” 2008 ihren 50. Geburtstag.

1958 erschien die erste Single „Move It”, bis 1969 begleiteten „The Shadows” Cliff Richard und konnten in dieser Zeit (und danach) auch durchaus Solo-Erfolge verzeichnen. Sir Cliff - Richard wurde 1995 als erster Popstar von der Queen zum Ritter geschlagen - und seine drei magischen Schatten sind noch bis Mitte März 2010 auf „50th Anniversary Tour”. Komplettiert wird das Line-Up von Bassist Mark Griffiths und Keyboarder Warren Bennett, Sohn von Brian Bennett.

Das Konzert in Köln ist das einzige in Deutschland und erweist sich als Flächen deckend frequentiert: In der Arena treffen sich nicht nur Fans aus der Region, sondern auch solche aus den Niederlanden, aus Süddeutschland und dem Osten der Republik. Eingestimmt von Vivaldi-Klängen aus den Arena-Lautsprechern können sie einem außerordentlichen Abend entgegen sehen. Wenn Richard um 20.08 Uhr auf die Bühne stürmt, mit silbernem Schlips, rosa Jackett, dunklem Hemd und dunkler Hose, immer noch rank und schlank, mit funkelnden Augen, gebräuntem Gesicht und vollem Haar, ist von Rentenalter nichts zu spüren.

Auch stimmlich und tänzerisch ist Sir Cliff offensichtlich unverändert voll auf der Höhe, und er bezaubert das Publikum zudem mit seiner geistreichen Konversation, in der er die Vor- und Nachteile von damals und heute gegen einander abwägt.

Feuerwerk der Briten

Gemeinsam, in zwei „Shadows”-Solo”-Sets und einer „Unplugged”-Einlage brennen die Briten ein Feuerwerk ab. An Hits, die eigentlich jeder kennt, herrscht fürwahr kein Mangel: „Living Doll”, „Do You Wanna Dance”, „Sleepwalk”, „Atlantis”, „Wonderful LandÓ, „Foot Tapper” - ein Wechselbad aus schmelzenden Liebesliedern, mitreißendem Rock´n„Roll und in instrumentalen Klang verwandelter Zeitgeschichte.

Mit „Apache” sorgen „The Shadows” für Gänsehaut. Was Saiten vermögen - allen voran die von Hank Marvins souverän sirrender Leadgitarre - wird hier mit Meisterschaft demonstriert. Zum Schluss gibt es mit „The Young Ones” ein Versprechen: Dass wir uns wiedersehen.
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