Chorbiennale: Kraftvoll und sprühend vor Elan

Von: Gerhard W. Kluth
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Strahlende Stimmen bei der Chorbiennale: Hier ist es Sopranistin Kirsten Labonte mit dem Jungen Chor Aachen in der Aula Carolina. Foto: Schmitter

Aachen. Einen argentinischen und einen durch die Werke belgisch geprägten Akzent erhielt die Aachener Chorbiennale beim Abend in der Aula Carolina. Vor ausverkaufter Kulisse präsentierten sich der Junge Chor Aachen und die Grupo de Canto Coral (GCC) aus Buenos Aires.

Fritz ter Wey hatte für den Jungen Chor ein thematisch nicht ganz schlüssiges, aber sehr anspruchsvolles Programm zusammengestellt, bei dem es vor allem um die Freuden und Leiden von Maria ging. Hier die frohlockende Gottesmutter im „Magnificat“ von Vic Nees, dort die leidende Mutter Christi im „Stabat Mater“ von Peter Welffens. Nicht ganz in diesen Kontext passte das „Tristis est ani- ma mea“ des Tschechen Antonin Tuapský, dessen Inhalt der Passionsgeschichte entnommen und von Christus an Petrus gerichtet ist.

Beeindruckend präzise

Ungeachtet dessen wurden auch hier die großen Qualitäten des Aachener Ensembles erlebbar. Into-natorisch sauber und beeindruckend präzise gestaltete der Chor seine Aufgabe und folgte ter Weys Wünschen minuziös. Die Solopartie im Magnificat hatte die So-pranistin Kirsten Labonte übernommen, die besonders in den schwindelerregenden Höhen glänzend beeindrucken konnte. Auch bei den Instrumentalisten hatte ter Wey eine sichere Hand bewiesen.

Cellist Jonas Seeberg gestaltete solistisch eine innige Meditation von Tuapský und war neben Sabine Schumann (Oboe), Aya Muraki und Stefanie Albers (Violine), dem Bratscher Tom Morrison und Lilia Kirkov (Kontrabass) auch beim „Stabat Mater“ im Einsatz.

Ein anderes Bild zeigte sich bei den südamerikanischen Gästen. Sie hatten sich mit argentinischen Kompositionen dem Thema Liebe verschrieben. Was hier unter der Leitung von Néstor Andrenacci an Homogenität intonatorischer Sicherheit fehlte, machten sie mit großem Elan und sprühender Lebendigkeit wett. Kraftvoll interpretierten sie etwa die Chöre der „schlecht verheirateten Frauen“ und der „schlecht verheirateten Männer“ von Luigi Dallapiccola oder die textunterlegten argentinischen Tänze.

Ein Abend, der das Publikum begeisterte und dem diesjährigen Motte „Kontraste“ voll und ganz gerecht wurde.

Die 3. Internationale Chorbiennale in Aachen dauert noch bis zum 23. Juni.

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