Köln - Bühnenverein regt Nothilfeplan für Theater an

Bühnenverein regt Nothilfeplan für Theater an

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Köln. Einen Nothilfeplan wie für die Banken auch für Theater und Orchester? Der Deutsche Bühnenverein kann sich das vorstellen, falls die Kommunen in nächster Zeit immer größeren Sparzwängen ausgesetzt sind.

„Wenn die Kommunen und Länder wirklich sagen: "Wir werden das so nicht mehr bezahlen können", dann brauchen wir auch den Bund als helfende Instanz”, sagte der Direktor des Bühnenvereins, Rolf Bolwin, der Deutschen Presse-Agentur dpa in Köln.

Der Kölner Stadtkämmerer kündigte vor einigen Wochen an, im Kulturetat müssten bis zu 30 Prozent eingespart werden. Kulturdezernent Georg Quander sagte dazu, wenn das geschehe, wäre „die Kultur in Köln tot”. Der Deutsche Kulturrat, die Spitzenorganisation der Bundeskulturverbände, spricht von einem „Vorgeschmack auf die Einsparungswelle im Kulturbereich”.

Bolwin sagte, ein Nothilfeplan dürfe nicht ausgeschlossen werden: „Wieso nur ein solcher Nothilfeplan für die Banken?” Nach der Wiedervereinigung habe es zum Beispiel vom Bund 900 Millionen Mark jährlich zum Erhalt der Kultureinrichtungen in den neuen Bundesländern gegeben.

Die Zahl der Arbeitsplätze bei Theatern und Orchestern sei in den vergangenen 13 Jahren um 7000 auf 38 000 gesunken. „Wir können nicht immer mehr Arbeitsplätze abbauen und dennoch hoffen, dass alles beim Alten bleibt”, sagte Bolwin. Vielfach hätten Beschäftigte bereits auf ihr 13. Gehalt verzichtet, um weitere Stellenstreichungen zu verhindern. Insgesamt gäben Bund, Länder und Gemeinden im Jahr acht Milliarden Euro für Kultur aus, zwei Milliarden davon gingen an Theater und Orchester. „Das entspricht 0,2 Prozent der öffentlichen Budgets”, sagte Bolwin. „Es dürfte also klar sein: Man wird die Haushaltslage damit mit Sicherheit mit Kürzungen im Kulturbereich nicht sanieren können.”

Insgesamt beobachtet Bolwin nach eigenen Worten, dass Bundespolitiker gern schöne Reden zur Kultur halten, wohingegen Landes- und Kommunalpolitiker der gleichen Parteien - die die Kultur weitgehend bezahlen müssen - zum Teil Entscheidungen gegen die Kultur träfen, wenn es um die Finanzierung gehe. Dass sich dies groß ändern würde, wenn das Staatsziel Kultur ins Grundgesetz aufgenommen würde, kann er sich nicht vorstellen. „Die Kunst ist frei - das steht jetzt schon im Grundgesetz, und dazu gehört bereits heute die Verpflichtung des Staates, Freiräume für die Kultur zu schaffen.” Dies schließe eine ausreichende finanzielle Grundausstattung ein.
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