Aachen - Bläser-Raritäten und ein taufrisches Schumann-Quartett

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Bläser-Raritäten und ein taufrisches Schumann-Quartett

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Ein ebenso kurzes wie kurzweiliges Programm hielt das 3. Kammerkonzert der Aachener Sinfoniker im voll besetzten Spiegelfoyer des Theaters bereit.

Im Mittelpunkt stand Robert Schumanns Klavierquartett op. 47, garniert mit zwei interessanten Bläser-Raritäten. Das Schumann-Quartett gelang wie aus einem Guss, wirkte taufrisch und ließ jene Aufbruchstimmung anklingen, die Schumann 1842 zu einer ganzen Serie großer Kammermusik-Werke inspirierte.

Piotr Oleniecki (Violine), Sandra Rehle-Simson (Viola), Frauke Müller (Violoncello) und Marianne Reiser (Klavier) sorgten für einen klangschönen und spannungsvollen Vortrag mit einem virtuos dahin getupften Scherzo, einem tief erfühlten Andante und munter auftrumpfenden Ecksätzen.

Vor der Pause ging es mit Jacques Iberts Fünf Stücken für Oboe, Klarinette und Fagott noch eine Spur spritziger zu. Die winzigen, quicklebendigen Miniaturen atmen die Divertimento-Gefälligkeit des französischen Neoklassizismus und fanden in Arnd Sartor (Oboe), Gudrun Kierdorf-Oleniecki (Klarinette) und Konrad Werner (Fagott) vorzügliche Anwälte.

Das lässt sich auch von der zweiten Rarität des Programms sagen, Heinrich von Herzogenbergs Trio für Oboe, Horn und Klavier op. 61 aus dem Jahre 1889. Obwohl Herzogenberg mit Brahms eine lebenslange Freundschaft verband, konnte Brahms den Kompositionen seines Freundes nicht allzu viel abgewinnen.

In der Tat wirkt das Trio in Stil und Besetzung ein wenig anachronistisch wie eine romantisierte Serenade aus höfischen Zeiten. Gleichwohl bietet es den Musikern dankbare Aufgaben, die Arnd Sartor, Michael Roberts (Horn) und Marianne Reiser auch erfolgreich lösten.

Viel Beifall für ein klug disponiertes und vorzüglich ausgeführtes Kammerkonzert, das heute Abend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt wird.
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