Aachen - Beeindruckende Leistungsschau voller Hoffnungsträger

Beeindruckende Leistungsschau voller Hoffnungsträger

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Viel Beifall für Mozart-Konzert der Aachener Musikhochschule. „Requiem“ ohne Extravaganzen, fabelhaftes Klarinettenkonzert.

Eine beeindruckende Leistungsschau hat die Aachener Abteilung der Kölner Musikhochschule mit einem Orchester- und Chorkonzert in der überfüllten Kirche St. Adalbert präsentiert. Chor und Orchester der Hochschule, verstärkt durch Ars Cantandi, den Chor der Musikschule, sowie fünf Solisten widmeten sich drei populären Werken Wolfgang Amadeus Mozarts aus dessen letztem Lebensjahr.

Nach einem schlichten, anrührenden Vortrag der kurzen Motette „Ave verum corpus“ ragte als Monolith das „Requiem“ in der vervollständigten Süßmayr-Fassung heraus. Hermann Godland, Leiter beider Chöre, erarbeitete eine orchestral und chorisch saubere Interpretation ohne gestalterische Extravaganzen. Natürlich fließende Tempi, klangliche Ausgewogenheit und Transparenz, der Verzicht auf unangebrachte Romantizismen und historische Spieltechniken führten zu einer besinnlichen, eher hell ausgeleuchteten Interpretation ohne lastende Trauerränder. Der Chor, recht ausgewogen in der Balance von Männer- und Frauenstimmen, gewann Sympathien nicht nur durch seine Intonationsstabilität und Gewandtheit selbst in den heiklen Fugen-Sätzen, sondern auch durch seine jugendliche Frische.

Das Orchester brachte die raffinierten Klangmischungen und -effekte mit Posaunen und Bassetthörnern spieltechnisch nahezu problemlos und warm tönend zum Klingen. Eine solche Einheitlichkeit konnte das ebenfalls studentisch besetzte Solistenquartett mit seinen zugegeben sehr schwierigen Parts nicht erreichen. Die So-pranistin Nina Unden konnte ihre Nervosität nicht ganz ablegen, der Tenor Q-Wan Hans wirkte in den Höhen recht eng, und auch der Bass von Lucas Singer sprach nicht in allen Lagen gleich rund an. Die wenigsten Probleme zeigte Kanako Sakaue in der Altpartie.

Herbert Görtz, langjähriger Leiter des Hochschulorchesters, wartete vor der Pause mit einem in-strumentalen Highlight auf, Mozarts Klarinettenkonzert. Görtz motivierte das Orchester zu einem biegsamen, weich, aber hellwach klingenden Musizieren und bereitete der fabelhaften Solistin Kumi Iitsuka einen vorzüglichen Nährboden, um ihre schwierigen Aufgaben stilsicher, spieltechnisch versiert mit angemessenem emotionalem Einsatz bewältigen zu können.


Viel Beifall für ein hochklassiges Konzert voller Hoffnungsträger.


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