Aachen - BAP im Eurogress: Immer hart am Nerv der Zeit

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BAP im Eurogress: Immer hart am Nerv der Zeit

Von: Jutta Geese
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Viel Gute Laune: BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken (rechts) und Gitarrist Helmut Krumminga nehmen Julian Dawson in die Mitte, der bei den Zugaben zum Mikrofon griff. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Kurz nach 20 Uhr brandet zum ersten Mal Beifall auf. Wolfgang Niedecken und seine Band betreten die Bühne des Aachener Eurogress´, und mehr als 1600 Fans jubeln. Dreieinhalb Stunden später wirken Niedecken und sein treues Publikum so frisch wie zu Beginn.

Dabei sind wohl alle nicht mehr die Jüngsten. Wolfgang Niedecken ist am Dienstag 58 Jahre alt geworden; die Aachener Fans sangen ihm, Leuchtstäbchen schwingend, ein vielhundertstimmiges Ständchen. Ein großer Teil seiner Fangemeinde ist in einem ähnlichen Alter.

Vielleicht mit ein Grund dafür, dass sie nicht so ausdauernd wie noch vor Jahren die Hände in die Höhe recken und mitklatschen und abrocken. Aber das muss man bei BAP-Konzerten auch nicht, verbietet sich bei manchen der tiefgründigen Texte vielleicht sogar.

Wolfgang Niedecken und BAP nehmen das Publikum bei ihrer „Pandora-Tour” mit auf eine Reise um die Welt und durch die inzwischen 32-jährige Bandgeschichte. Manche Reise-Erinnerungen des Kölners sind angenehmen Inhalts, etwa die an die Philippinen, die er in „Wie die Sichel vum Mond” aus dem 1993 erschienen Album „Pik Sibbe” besingt. Andere sind weniger angenehm bis grauenhaft, handeln von den Greueln der Kriege in der Welt und dem Leid der Kinder.

Es geht unter die Haut, wie Niedecken und seine Band solche Themen musikalisch und textlich umsetzen. Und immer wieder erstaunlich ist, wie hochaktuell uralte Stücke (wieder) sind. „Vieles von dem Alptraum ist wahr geworden”, sagt Niedecken über den Titel „Bahnhofskino”, geschrieben vor „lächerlichen 25 Jahren”. Und „Kristallnaach”, schon 27 Jahre alt, hat angesichts der zunehmenden fremdenfeindlichen und rechtsextremistischen Tendenzen nichts von seiner Kraft verloren.

Ob neue Songs oder alte: Wolfgang Niedecken und BAP treffen mit ihren Texten, mit ihrer Musik den Nerv der Zeit. Ob harter Rock oder Liebeslied: Wolfgang Niedecken und BAP beherrschen beide Genres virtuos. Ob gesellschaftskritische Analyse oder augenzwinkernde Beschreibung alltäglicher Situationen: Niedecken und BAP bieten Stoff für Diskussionen. Und gewinnen deshalb auch immer wieder junge Fans dazu.
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