Bachverein erklimmt den dritten 8000er

Von: Pedro Obiera
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Klanglicher Glanz in St. Michael: Unter Leitung von Georg Hage gelang dem Kammerchor des Aachener Bachvereins und dem Bachorchester eine denkwürdige Aufführung von Bachs h-Moll-Messe. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Innerhalb eines Jahres gleich drei 8000er der Chorliteratur wie Bachs Matthäus-Passion, Beethovens „Missa Solemnis“ und als Höhepunkt gar Bachs Messe in h-Moll zu stemmen, grenzt geradezu an Tollkühnheit, auch wenn für das 100-jährige Jubiläum des Aachener Bachvereins nur das Beste gut genug sein sollte.

Die Risiken dieses Mammutprogramms halten sich allerdings in Grenzen, wenn sich das musikalische Niveau auf so hohem Stand stabilisieren konnte, wie es Kantor Georg Hage gelungen ist.

Bei der Beschreibung von Hages denkwürdiger Aufführung der großen Bach-Messe in der voll besetzten Kirche St. Michael mit dem Kammerchor und dem Bachorchester des Bachvereins fällt es schwer, sich nicht zu wiederholen. Nahezu alles, was Hage anpackt, zeugt von musikalischer Frische und Stilsicherheit. Der Kammerchor besticht durch Intonationsreinheit, klare Diktion, lebendige Phrasierung und Ausgewogenheit zwischen Damen- und Männerstimmen. All das bestätigt die Eindrücke der zurückliegenden Aufführungen in diesem Jahr.

Sehr prägnant formt Hage gleich den Eingangschor des „Kyrie“. Selbst die gesangstechnischen Hürden des virtuosen Sanctus bereiten den Sängern keine Pro-bleme. Angesichts des forsch angeschlagenen Tempos stieß allenfalls die Durchhörbarkeit des kontrapunktisch dicht gestrickten Satzes an ihre Grenzen. Und die Steigerung des „Dona nobis pacem“ führte trotz der überschaubaren Größe des Chores zu effektvollem klanglichen Glanz.

Das Bachorchester unterstützte die Sänger versiert und sehr dezent, bisweilen zu dezent. Die Bass-Gruppe könnte eine Verstärkung brauchen. Immerhin sahen sich dadurch weder die Chormitglieder noch das Solistenquartett veranlasst, ihre Stimmen unnötig zu forcieren.

Bei den Solisten griff Hage auf überwiegend bewährte Kräfte zurück, mit denen er schon manches erfolgreiche Konzert bestreiten konnte. Ausdrucksstark und dennoch zart zelebriert die Altistin Marion Eckstein das klagende „Agnus Dei“. Der Tenor Florian Cramer, der Bassist Jens Hamann und die Sopranistin Heike Heilmann trugen mit ihren makellosen Leistungen nicht unwesentlich zum Erfolg des anspruchsvollen Projekts bei. Viel Beifall für einen beeindruckenden Schlusspunkt des Jubiläumsjahrs.

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