Aachen - Auf der Spur eines Provokateurs

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Auf der Spur eines Provokateurs

Von: Manfred Kutsch
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Am 9. Juli widmet sie in Aache
Am 9. Juli widmet sie in Aachen ein „Happening” dem 1997 verstorbenen Künstler Martin Kippenberger: Christiane Dénes. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Mit einer höchst ungewöhnlichen Performance wartet die Künstlerin Christiane Dénes am Freitag, 9. Juli, um 18.30 Uhr in der Aachener Innenstadt auf. Die Orte des Geschehens: der Elisengarten, die Krämerstraße sowie der Krönungssaal des Rathauses.

Im Rahmen des Kulturfestivals „across the borders” erinnert Dénes an den früh verstorbenen Künstler Martin Kippenberger.

Der exzentrische Provokateur, der seine Ausstellungen mit dem Spruch „Bei Nichtgefallen Gefühle zurück” zu begleiten pflegte, wurde erst nach seinem Tod 1997 in Wien zu einem der Großen der deutschen Kunst. In der Tradition von Dada und Fluxus arbeitete Kippenberger an der Demontage des traditionellen Kunstbegriffs. Sein Mittel dazu war unter anderem Spott. „Doch tatsächlich galt sein Wirken der steten Suche nach Wahrheit - und zwar in einem mutigen Alleingang, bei dem er viele Nackenschläge einstecken musste”, begründet die in Aachen geborene Christiane Dénes die Hommage an das Enfant terrible Kippenberger, dessen Werke in weltweiten Kunstsammlungen und Museen zu einem begehrten Gut wurden.

Ihr Versuch einer Annäherung an den Künstler findet auf mehr-ren Ebenen und in unterschiedli-chen Prozessen statt. Hauptanliegen ist es, Kippenbergers oft unbequemes Leben im Dienst der Kunst aufzuarbeiten - auch und gerade für Menschen, die nicht täglich oder nur indirekt mit Kunst in Berührung kommen.

„Ich will nicht gefallen”

Ob als Maler, Installations-künstler, Bildhauer oder Fotograf, der in Dortmund geborene Kippenberger schuf sein spannungsreiches Lebenswerk unter bemerkenswerten Maximen: „Ich will nicht gefallen”, pflegte er zu sagen, „sondern wahrgenommen werden”.

Oder auch: „Wer sich dem Abgrund stellt, soll sich nicht wundern, wenn er fliegen kann.” Sein persönlicher Abgrund, der Alkohol, kostete ihn mit nur 44 Jahren das Leben. „Sein Tod war vorgezeichnet”, meint Christiane Dénes. „Wer so einsam war wie er, wer so oft abgelehnt wurde, der kann ein solches Pensum des Schaffens auf Dauer nicht durchhalten.”

Dénes hat sich dem Projekt Kippenberger mit Leib und Seele verschrieben - und berichtet von einem „Kick”, der sie zur Auseinandersetzung mit dem stati-onsreichen Leben des Künstlers (unter anderem Florenz, Berlin, Paris, insbesondere Köln) führte: „Eine Begegnung mit seiner Schwester, deren Biografie über ihren Bruder mich anregte, besiegelte meinen Entschluss zu dieser Ausstellung. Es war, als habe er mich gerufen.” Die offenkundig partielle Seelenverwandtschaft mit Martin Kippenberger („durch Arbeit zur Wahrheit”) treibt die Performancekünstlerin an.

Da Kippenberger seine letzte Ausstellung mit zahlreichen Selbstporträts „Das Floß der Medusa” nannte, ließ sich Christiane Dénes für ihr Event am 9. Juli einen beziehungsreichen Brückenschlag einfallen: „Ein Floß für Martin”.

Mit dieser Assoziation wird sie dabei in der Aachener City „ein Happening im Wasser” kreieren, um anschließend mit dem Publikum das Floß ins Rathaus zu ziehen, wo weitere Aktivitäten geplant sind.
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