Monschau - Auf der Burg: So klang BAP noch nie

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Auf der Burg: So klang BAP noch nie

Von: Bernd Büttgens
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Neue und wichtige Impulse für die Entwicklung der Band zog Niedecken vorallem aus seinen Soloalben. Foto: Andreas Gabbert
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Wolfgang Niedecken und BAP in Monschau: In der restlos ausverkauften Burg zeigte sich die Band von einer neuen Seite. Foto: Andreas Gabbert

Monschau. Die umjubelte Tour geht allmählich zu Ende. Würde die Band jetzt vor allem sehnsüchtig das Ende der rund 70 Konzerte währenden Reise durch die schönsten Konzertsäle und Open-Air-Spielstätten der Republik herbeisehnen, man würde das an einem solchen Abend merken.

Aber nein, keine Spur von Routine, keine Abnutzung, Wolfgang Niedecken und BAP sind an diesem zwar trockenen, doch sehr kühlen Abend auf der Monschauer Burg warmherzig und feuereifrig bei der Sache. Die Musiker sitzen auf der Bühne, die Gäste sitzen im ausverkauften Rund vor einzigartiger Kulisse – die freundliche Vereinbarung, gemeinsam drei schöne Stunden zu verbringen, geht an diesem Abend bei der „Monschau Klassik“ großartig auf.

So klang BAP noch nie – das Echo auf die „Zieht-den-Stecker“-Tournee ist bundesweit einhellig. Nie hörte man Niedecken so aufmerksam zu, nie war die BAP-Musik so sorgfältig und tiefgehend und virtuos arrangiert.

Niedecken hat immer wieder im Laufe seiner langen Musiker-Biographie gerade aus seinen Soloalben für die musikalische Entwicklung seiner Band wichtige neue Impulse gezogen. Aus dem aktuellen Soloablum „Zosamme alt“, das nach seinem Schlaganfall die Liebeslieder für seine Frau Tina neu arrangiert bündelt, ist nun dieses überzeugende Konzertkonzept für BAP entstanden.

Aus dem reichhaltigen Repertoire, das nach 17 Studioalben einfach vorhanden ist, haben sich Niedecken und seine sechs Mitstreiter reichlich bedient. Kein Song klingt wie im Original, selbst die größten Hits wie „Kristallnaach“ oder „Verdamp lang her“ klingen neu und laden zum Wiederhören ein. Doch der wahre Schatz dieses Abends sind die wiederentdeckten Song-Perlen: „Lisa“, „Sendeschluss“, „Jupp“, „Novembermorje“ - man könnte viele Stücke aufzählen, die auf dieser Tour ein großes Comeback feiern.

Und so wird es für die Zuhörer auf der Burg, die Lied um Lied andächtig mitsingen, eine emotionale Reise quer über den Globus und tief in die eigene Vergangenheit verbunden mit der Erinnerung an das, was der mitteilsame kölsche Rockpoet Niedecken zur jeweiligen Zeit mit seinen Songs ausgelöst hat. Eine Reise, die zugleich richtungsweisend ist. „Künftige Konzerte“, so blickt Niedecken später im Gespräch mit unserer Zeitung nach vorne, „werden auf dem aufbauen, was wir jetzt hier gemacht haben.“ Wobei das keine Absage an einen gepflegten Rock‘n‘Roll-Konzertteil sein soll.

In Monschau war es das Wohnzimmer-Gefühl. Man trinkt ein Bierchen, schaut und hört großartigen Künstlern bei der Arbeit zu. Und hat bisweilen das Gefühl, Gast bei einer Roadshow eines gut sortierten Instrumentenfachhandels zu sein. Weit über 30 unterschiedliche Instrumente spielen die BAP-Musiker an diesem Abend. Anne de Wolff, Ulrich Rode, Jürgen Zöller, Rhani Krija, Werner Kopal und Michael Nass machen das perfekt.

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