Aachen - Annett Louisans Schulmädchen-Zeiten sind endgültig vorbei

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Annett Louisans Schulmädchen-Zeiten sind endgültig vorbei

Von: Susanne Schramm
Letzte Aktualisierung:
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Mit neuem Outfit im Aachener Eurogress: Annett Louisan präsentierte sich mit gewachsener musikalischer Palette. Das Publikum war davon begeistert. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Zeiten, in denen sie wie ein Schulmädchen daher kam - mit Baskenmütze, weißer Bluse, Jackett und Faltenrock - und dabei von der Aura einer blonden Lolita umgeben war, deren Babyspeck so gut mit dem rundlichen Puppengesicht und der vorgeblich-naiven Frivolität ihrer Lieder harmonierte, sind endgültig vorbei.

Gertenschlank, im glitzernden Minikleid über schwarzen Leggins und mit Naturhaarfarbe begrüßt Annett Louisan am Donnerstagabend im Aachener Eurogress das Publikum: „Ich habe mich zwar verändert - aber ich hoffe, ihr erkennt mich immer noch?”

Kann auch richtig abrocken

Verändert hat sich nicht nur das Erscheinungsbild der inzwischen 32-Jährigen, sondern auch ihre musikalische Bandbreite. Setzte sie früher in der Hauptsache auf französisch angehauchte Pop-Songs mit jazzigem Einschlag, so zeigt sie jetzt, dass sie auch richtig abrocken kann und sogar Sparten bedient, die Erinnerungen an psychedelische Beatclub-Zeiten beschwören.

Dabei macht sie nicht den Fehler vieler Kolleginnen, stur die letzte CD nach vorn zu prügeln. Außer den Stücken von „Teilzeithippie” gibt es eine schöne Melange aus allen vier CDs der letzten sechs Jahre. Teils umarrangiert und mit vielen tollen Soli.

Louisans „Loverboys”, wie sie ihre Begleiter Christoph Buhse (Schlagzeug), Friedrich Paravicini (Wurlitzer, Akkordeon, Mundharmonika und Cello), Hardy Kayser (Gitarre), Olaf Casimir (Kontrabass) und Jürgen Kumlehn (Gitarre) nennt, haben ordentlich Drive. Sie reißen das Publikum zu Stürmen der Begeisterung hin. Ebenso wie Louisan: Jazzig-groovend bei „Die Trägheit”, mit melodischer Leichtigkeit „Fettnäpfchenwetthüpfen”(d), anrührend traurig „Ende Dezember” beschwörend oder aggressiv-fordernd „Ich brauch´ Stoff”.

Was Witz, Charme und Interaktion mit dem Publikum angeht, macht ihr höchstens der kanadische Sänger und Songschreiber Martin Gallop was vor. Er besorgt das Aufwärmprogramm für Louisan und Band - und dabei fliegen dem lockigen Schlacks mit der Gitarre die Herzen nur so zu. Dass es am Ende eines derart prallen, fast dreistündigen, Abends (mit Vorprogramm und Pause) Standing Ovations gibt, versteht sich fast von selbst. Annett Louisans Feuertaufe - sie war zum ersten Mal in Aachen - ist gelungen. Das Publikum wird es gern bestätigen.
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