Hamburg - Anna Maria Kaufmann feiert ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum

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Anna Maria Kaufmann feiert ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum

Von: Britta Schmeis, dpa
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Feiert ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum: Musical-Star Anna Maria Kaufmann. Als Christine in „Phantom der Oper” an der Seite von Peter Hofmann ist sie berühmt geworden.

Hamburg. Anna Maria Kaufmann wählt ihre Worte mit Bedacht. Sie spricht mit leiser Stimme und leichtem kanadischen Akzent. Freundlich ist sie dabei und doch zurückhaltend, wirkt konzentriert, fast kontrolliert.

„Fragile Scheu” ist ein Attribut, das diese zarte Frau mit dem langen, dunklen Haar und den großen, braunen Augen gut beschreibt. Einen gefeierten Musical-Star, der an der Seite von Peter Hofmann dem Musical „Phantom der Oper” in Hamburg in den 90er Jahren zu seinem Erfolg verhalf, stellt man sich anders vor. Und trotzdem, mit der CD „Musical Star” (2008), einer Jubiläumstournee ab Herbst und mit einer kleinen Fernsehrolle feiert sie nun ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum. Nicht zu vergessen ist dabei natürlich ihr Auftritt am 13. August bei der Monschau Klassik.

„Ich habe keinen geraden Weg”, erzählt sie. Das glaubt man ihr sofort, denn ihre Stationen stringent zu verfolgen, fällt schwer. Aufgewachsen ist sie in der kanadischen Provinz Alberta. Ob sie auch da zur Welt gekommen ist, ist nur schwer herauszukriegen. Von dem „Wann” ganz zu schweigen. 1960, 1962 und 1964 sind die Jahreszahlen, die kursieren. „Ist das Alter denn so wichtig? Niemand weiß, wie lange man auf der Welt ist. Man sollte innerlich jung bleiben und seine Träume und Ziele verfolgen. Äußerlich ist es sowieso ein Gottesgeschenk”, sagt sie energisch. Und irgendwie hat sie damit wohl auch recht, denn trotz vieler Umwege hat sie stets ihr Ziel verfolgt. „Ich wollte schon mit vier Jahren auf die Bühne, hatte den Traum, entdeckt zu werden, und wollte Menschen unterhalten.”

Ausbildung als Hotelfachfrau

Nach der Schule in Kanada geht sie als Au-pair-Mädchen nach Süddeutschland. Ihre Urgroßeltern waren aus Deutschland eingewandert, ihre Großeltern sprachen noch Deutsch. Da wollte sie zu ihren Wurzel zurückkehren. „Außerdem wusste ich immer, dass Deutschland ein sehr musikalisches Land ist”, sagt sie. Bei der deutschen Familie hält sie es nicht lange aus („Der Sohn hat mich tyrannisiert”), bei einer zweiten auch nicht. Da beginnt sie am Tegernsee eine Ausbildung als Hotelfachfrau - und steht während ihrer Freizeit mit der Band einer ihrer Lehrer auf verschiedenen Bühnen.

Das weckt wieder ihre Leidenschaft. So richtig glücklich ist sie mit ihrem Job im Hotel sowieso nicht. Also entschließt sie sich zu einer Ausbildung im klassischen Gesang am Robert-Schumann- Musikinstitut in Düsseldorf. Dort lernt sie bei der Sopranistin Erika Köth (1925-1989) und der Opernsängerin Claire Watson (1927-1986). „Claire war immer mein großes Vorbild”, sagt sie und spielt mit einem filigranen Ring - ein in Gold gefasster Mondstein. „Den hab ich von ihr.”

Genau richtig für die Rolle

Noch bevor sie die Ausbildung in Düsseldorf beendet - zwischendurch tritt sie auch schon mal in Opern und Oratorien in Los Angeles und New York auf - erfüllt sich für sie ein Traum: Sie darf für die Rolle der Christine in „Phantom der Oper” vorsingen. „Ich brauchte einfach einen Job”, erinnert sie sich. Und sie schafft es. „Ich war einfach richtig für die Rolle, konnte tanzen, auch Spitze, hatte das richtige Aussehen, die richtige Ausstrahlung und natürlich die richtige Stimme.”

Ihre Stimme ist überhaupt das, auf das sie baut. „Ich bin vielseitig, bleibe aber meiner klassischen Stimme treu”, sagt sie von sich. Sogenannte „belting roles” (bellende Rollen), wie sie oft in Musicals vorkommen, sind nichts für sie. „Wo ich am meisten strahle, sind die Rollen, wo ich meinen Sopran einbringen kann. Deswegen arbeite ich ständig an meiner Stimme.” Und an ihrem Tanz und Schauspiel. „Ich trainiere jeden Tag, habe eine Ballettstange in meiner Wohnung, gehe joggen, schwimmen oder rollerbladen.”

Fast zehn Jahre steht sie als Christine in Hamburg auf der Bühne, später singt sie klassische Opern wie „Tosca”, „La Traviata” und „La Bohme”. Gleichzeitig bleibt sie dem Musical treu, mimt die Sally Bowles in „Cabaret”, tritt in „Jesus Christ Superstar”, der „Westside Story” und „My Fair Lady” auf.

Ihr Traum ist es, einmal Richard Strauss´ Salome zu singen. Doch vorerst bereitet sie sich auf ihre Musical-Tour im Herbst vor - und ihre Gastrolle in der ARD-Serie „Verbotene Liebe”. Dort darf sie sich Anfang Juli selbst spielen - als Star-Sopranistin Anna Maria Kaufmann.

Und in Monschau darf man sich auf sie freuen...

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