Angemerkt: Charakter und Kunst sind zweierlei

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Angemerkt: Charakter und Kunst sind zweierlei

Ein Kommentar von Eckhard Hoog

Heinrich von Kleist erschoss zuerst Henriette Vogel, dann sich selbst. Caravaggio erstach Ranuccio Tomassoni im Streit mit einem Schwert. Giacomo Puccini war ein Frauenheld. Franz Schubert starb an Syphilis. Ebenso Robert Schumann, Sadomasochist. Hans Fallada brachte einen Freund um. Danach war er Beschaffungskrimineller.

Jean Genet, notorischer Dieb und Betrüger, saß mehrfach im Knast. Und Johannes Brahms war Dauergast im Puff. Die Liste der wenig tugendhaften Künstler ließe sich beliebig und vermutlich endlos fortsetzen. Deshalb das Käthchen verbannen? Die Winterreise vergessen? Die Sinfonien einmotten? Was für ein Unsinn!

Da halten wir es doch eher mit der Bibelpassage des Johannes: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!“ Woody Allens wunderbare Filme, die sagenhaften Bilder von Chuck Close – die Werke sprechen unabhängig von den Verfehlungen der Urheber für sich. Und wenn die amerikanische Öffentlichkeit bei jedem Nipplegate in Schnappatmung gerät, dann ist das nichts als pure Verlogenheit: Die USA sind der größte Pornomarkt der Welt! Außerdem strotzt die Kunstwelt vor Gewalt, Nackten und Übergriffen. Warum wohl? Weil die Kunst das Leben widerspiegelt und interpretiert. Die Diskussion darüber könnte heilbringend sein ... 

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