Aachen - „Alte Hasen” einmal ganz anders

„Alte Hasen” einmal ganz anders

Von: Eckhard Hoog
Letzte Aktualisierung:
14 Architekten, Ingenieure und
14 Architekten, Ingenieure und Fotografen, der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen eng verbunden: Mit je einem Partnerkünstler zeigen sie ihre Kunstwerke in St. Fronleichnam in Aachen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Gestandene alte Hasen” nennt sie Wolfgang Becker, der ehemalige langjährige Direktor der Neuen Galerie und des Ludwig Forums Aachen - 14 Architekten, Ingenieure und Fotografen aus der Region, allesamt der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen eng verbunden.

Von Studentenbeinen an sind sie wie Norbert Heyers zum Beispiel nicht nur im Beruf erfolgreich als Baumeister, sondern auch bildende Künstler von hoher Ambition. Als solche stellt sie jetzt Kurator Karl von Monschau in seiner fünften Ausstellung „Carte Blanche” in dem Aachener Architekturjuwel St. Fronleichnam vor.

„Carte Blanche”, das meint die Vollmacht oder den Blankoscheck für die eingeladenen 14 Kreativen, jeweils einen Partnerkünstler mitzubringen in die Schau - möglichst als Ergänzung.

So findet sich an der Seite des Fotografen Algirdas Milleris, ein absolut alter Hase der Aachener Kunstszene, der Geilenkirchener Walter Verwoert mit seiner Plastik „Manpower” von 1964. Im gleichen Jahr saß er im Aachener Audimax im Publikum, als sein Lehrer Joseph Beuys bei der Mutter aller Happenings ein Klavier anbohrte.

Der gelehrige Schüler legte sich 1969 während einer eigenen Performance als menschliches Kreuz auf die Straße - Milleris hat die Szene damals festgehalten. Nur ein Beispiel dafür, welche historischen Bögen „Carte Blanche V” zu schlagen vermag - von Wolfgang Becker darf man bei seiner Einführung am Sonntag erwarten, dass er dazu einiges aus dem Nähkästchen plaudern wird.

Das Spektrum der Kunst ist in der Schau indessen weit gespannt: Fritz Rohde kann seine kühl kalkulierende Wissenschaftler-Seele nicht verleugnen, wenn er Computerprogramme schreibt, die dann für ihn Schwarz-Weiß-Bilder kreieren.

Ganz anders der Architekt Stefan Brasse aus Roetgen: Sehr emotional gibt er seinen Erfahrungen als Entwicklungshelfer in Kamerun mit Plastiken Ausdruck, die die ganze Brutalität des Lebens in dieser fernen Weltgeschichte konzentriert vor Augen führen - wie blutige, verstümmelte Tierwesen muten seine schwarzroten Werke an.

Kunst, das ist für Brasse ein wichtiger Ausgleich, die kreative Ader einmal ganz anders sprudeln zu lassen. Hier ist es seine erste Ausstellung überhaupt - und hoffentlich nicht die letzte.

„Carte Blanche V”, Ausstellung in St. Fronleichnam, Aachen, Düppelstraße.

Eröffnung: Sonntag, 22. April, 11.30 Uhr.

Dauer: bis 21. Mai.

Geöffnet: Mo.-Sa. 9-17 Uhr.

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