Köln - „African Angels“ eröffnen Sommerfestival in Kölner Philharmonie

„African Angels“ eröffnen Sommerfestival in Kölner Philharmonie

Von: Susanne Schramm
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Stimmgewaltig: Das südafrikanische Vokalensemble der Oper von Kapstadt gastiert in der Philharmonie Köln. Foto: Thomas Brill

Köln. Oje. Die machen ernst. Irgendwie hat man ja gehofft, es würde leichter sein. Aber da stehen sie. Neun Frauen und neun Männer. Schulter an Schulter. Und sie singen Verdi. Wenn ein Ensemble, das „Cape Town Opera Chorus“ heißt, dergleichen tut, hegt man Befürchtungen.

Müssen wir jetzt andachtsvoll sein? Seriös? Betroffen? Weil dieser Chor aus Südafrika kommt, aus einem Land, in dem bis 1994 Apartheid herrschte – die strikte Trennung zwischen Schwarzen und Weißen.

17 Menschen im Chor sind schwarz. Einer ist weiß. Sie singen wie die Engel. Und so heißt auch ihre Show, die Freitagabend das 27. Sommerfestival in der Kölner Philharmonie eröffnete: „African Angels“. Dabeisein zu dürfen, ihnen zu lauschen, ist eine wahre Wonne. Auch wenn man zuvor gelesen hat, dass die Kapstädter 2013 als bester Opernchor des Jahres ausgezeichnet wurden – den kristallklaren Sopranstimmen, den samtig-dunklen Altistinnen, den vibrierenden Tenören und den sonoren Baritonsängern live zu lauschen, hat eine andere Qualität. Gänsehaut.

Obwohl solche Glanz- und Glitzerstücke aus Opern wie Giuseppe Verdis „Der Troubadour“, Georges Bizets „Carmen“ oder Charles Gonouds „Faust“ – jenseits von Afrika – zum festen Repertoire gehören, ist der Chor mittendrin. In der Geschichte eines Landes, das eine eigene Tradition hatte, bevor die Kolonialmächte es in Besitz nahmen.

Im Programm finden Wiegenlieder der Zulu ebenso Platz wie Gospels, die mit den charakteristischen Klicklauten der Xhosa neu arrangiert werden. Dazwischen ehren die Sänger Nelson Mandela, zitieren Miriam Makeba oder covern Simon & Garfunkles „Homeward Bound“.

Wobei letzteres nicht aus Südafrika kommt, aber in Worte fasst, was das einst so zerrissene Land heute eint: „Home, where my thought‘s escaping, Home, where my music‘s playing, Home, where my love life‘s waiting.“ Zu Hause ist man dort, wo die Gedanken entkommen können, dort, wo man meine Musik spielt und dort, wo meine Liebe auf mich wartet.

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