Achtung, die Briten kommen! Chorbiennale in Aachen

Von: Jenny Schmetz
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Sehr britisch: Generalmusikdir
Sehr britisch: Generalmusikdirektor Marcus Bosch (2.v.l.) und die Chorleiter (v.l.) Fritz ter Wey, Martin te Laak und Harald Nickoll stoßen mit Tee auf die zweite Chorbiennale in Aachen an. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Achtung, hört mal zu!” Das signalisierte bei der Premiere der Internationalen Chorbiennale vor zwei Jahren der Psst-Finger auf den Lippen. Für die zweite Auflage des Aachener Festivals werben die Plakatmotive nun wieder mit einem Fingerzeig.

Diesmal gibt der kleine Finger den Ton an: piekfein abgespreizt und leicht gekrümmt. Als ob eine englische Lady die Teetasse schwenkt und dabei noch den Öcher Klenkes trainiert.

„Very british!” lautet das Motto für die 14 Konzerte vom 19. Juni bis zum 3. Juli: Mehr als 100 Chöre werden die Stadt zum singenden Klangkörper machen - vorwiegend mit englischer Musik. Natürlich nicht bei schnödem Bohnenkaffee, sondern angeregt durch Earl-Grey-Tee aus Blümchentassen mit Goldrand stellten die Macher am Freitag das Programm vor. Nach der erfolgreichen Erstauflage 2009 erwarten sie, dass erneut mindestens 12.000 Zuhörer erstklassige Darbietungen und das pulsierende Festivalflair open Air genießen.

Höhepunkt „War Requiem”

Ein Anlass für das britische Motto war der Aachener Kur-Aufenthalt Georg Friedrich Händels, erläuterte Aachens Generalmusikdirektor Marcus Bosch. Der deutsch-britische Komponist habe sich 1737 von Nonnen in Burtscheid nach einem Schlaganfall pflegen lassen. Währenddessen schuf er zwei Opern und spielte auch auf der Orgel in St. Michael. Daher sei man froh, in der Burtscheider Kirche ein Chorkonzert mit Händel-Werken zu präsentieren.

Aber nicht nur Barockmusik Händels oder des „Orpheus britannicus” Henry Purcell wird bei der Chorbiennale erklingen. „An zehn Festivaltagen werden die Besucher eine unglaubliche stilistische Breite hören können”, sagt Bosch. Der Bogen werde weit gespannt von der Renaissance-Blüte mit John Dowland über den Romantiker Edward Elgar bis zum „War Requiem” von Benjamin Britten. Die Doppel-Aufführung dieses monumentalen Werks (am 29. und 30. Juni im Eurogress) wird mit drei Gesangssolisten, mehr als 240 Choristen und dem Sinfonieorchester Aachen unter Boschs Leitung sicherlich einen Festival-Höhepunkt bilden.

Klangvoll sind auch die Namen der renommierten Gastchöre: Von Allmänna Sangen, dem ältesten Universitätschor Skandinaviens, bis zum Rochester Cathedral Choir. Als „unser Star aus Oslo” wird - in Anlehnung an Lena Meyer-Landrut, die strahlende Siegerin des Eurovision Song Contests von Oslo - der bekannte Kammerchor Grex vocalis angekündigt. Als Gegner von Lena beim Song Contest in Düsseldorf wird die A-cappella-Gruppe Witloof Bay im Mai für Belgien antreten; danach wird sie ihre Leidenschaft für Jazz und Pop im alten Kinosaal des Elysée-Palastes am 25. Juni in Aachen ausleben.

Nicht möglich wären die Auftritte der internationalen Gäste ohne die Kontakte und den Einsatz der Aachener „Meisterchöre”, die die Chorbiennale mit entwickelten: gemeint sind Carmina Mundi, der Aachener Kammerchor, der Junge Chor Aachen und der Madrigalchor Aachen. Das betonte Aachens Kulturdezernent Wolfgang Rombey. Zumal die Finanzierung des Festivals diesmal am seidenen Faden hing. Der Etat von rund 150.000 Euro konnte schließlich mit Hilfe von Stadt, Städteregion, und Land sowie des Hauptsponsors Sparkasse gestemmt werden. Für eine Uraufführung fehlt aber Geld. Da darf ein Sponsor gerne noch den Finger heben.

Weitere Höhepunkte: Zur Langen Chornacht am 2. Juli haben sich bisher mehr als 50 Chöre aus der Euregio beworben. Die besten Chöre der Städteregion werden am 27. Juni ihr Können beweisen.

Öffentliche Proben, Künstlergespräche und Mittagskonzerte betonen den Festivalcharakter.

Für einige Konzerte ist der Eintritt kostenlos. Der Vorverkauf beginnt diesen Samstag.
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