Aachen - Accordate-Konzertreihe startet grandios in die Saison

Accordate-Konzertreihe startet grandios in die Saison

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Welch ein Start in die neue Saison! Im ersten Accordate-Konzert präsentierte sich im Krönungssaal des Aachener Rathauses das renommierte Leipziger Streichquartett mit einem höchst abwechslungsreichen und gehaltvollen Programm.

Stefan Arzberger, Tilman Büning (Violine), Ivo Bauer (Viola) und Matthias Moosdorf (Violoncello) boten Quartette von Haydn, Mendelssohn Bartholdy und Schubert und taten dies auf eine Weise, die das Publikum am Ende zu stehenden Ovationen hinriss und der insgesamt äußerst qualitätsvollen Kammermusik-Reihe ein weiteres Glanzlicht hinzufügte.

Joseph Haydns Lerchenquartett op. 64/5 D-Dur musizierten die Leipziger – abgesehen vom Cellisten – im Stehen, offenbar mit leichteren, der Instrumentalklang der Zeit gemäßeren Bögen. Haydns kunstvolle Satzstrukturen und die Fülle seiner thematischen Einfälle erstanden hier mit einer klanglichen Ausgewogenheit, einer atmenden Phrasierung und einem Detailreichtum, die vorbildlich erschienen. Felix Mendelssohn Bartholdys Quartett D-Dur op. 44/1 gehört zu den „Quatuors brillantes“ des Komponisten und fand eine entsprechende Interpretation. Der Wechsel der Instrumentenbögen brachte eine intensivere Tongebung mit sich, die sich mit höchster Virtuosität in den Ecksätzen paarte. So erreichten die vier Musiker im Presto-con-brio-Finale ein Tempo, das sich in Grenzbereichen bewegte, ohne dass sich der Eindruck von sportivem Selbstzweck ergab, was schon durch die Intensität des Musizierens und die Unbedingtheit des Ausdrucks verhindert wurde.

Sehr schön ausmusiziert wurden die beiden Mittelsätze, während die brillanten Ecksätze vor Virtuosität und überspringender Spielfreude geradezu sprühten. Fast überflüssig zu erwähnen, dass dieses Quartettspiel von einer spieltechnischen Perfektion und Vollkommenheit des Zusammenspiels geprägt ist, die ihresgleichen suchen.

Zum Höhepunkt Schubert

Höhepunkt des Abends wurde die Wiedergabe von Franz Schuberts Quartett „Der Tod und das Mädchen“. Was die Musiker hier an bohrender Intensität des Ausdrucks, an klanglichen Feinheiten und dynamischen Schattierungen boten, das ging unter die Haut. Der im Zentrum stehende Variationssatz mit seinen emotionalen Kon-trasten, der letztlich den Charakter des gesamten Werkes bestimmt, fand eine ergreifende, alle Stimmungen sensibel auslotende Wiedergabe.

In den Ecksätzen stießen die vier wieder in klangliche Grenzbereiche vor. Hier wurde mit vollem Risiko und dennoch größter Perfektion musiziert. Auf den dahinrasenden Totentanz des Finales konnte eigentlich nichts mehr folgen. Wenn, dann nur ein schlichter Choral von Johann Sebastian Bach. Ein großer Abend.

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