Aachen - Aachener Meisterkonzert: mustergültig, geschliffen, spritzig

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Aachener Meisterkonzert: mustergültig, geschliffen, spritzig

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Freunde der Meisterkonzertreihe in Aachen können aufatmen: Nachdem sich Wilfried Strohmeier von der Konzertagentur Weinert nach 26 Jahren wegen permanenten Zuhörerrückgangs zurückzieht, wird die Reihe von zwei Konzertagenturen übernommen und weitergeführt.

Das letzte Konzert der nun abgelaufenen Saison brachte eine Wiederbegegnung mit Albrecht Mayer, dem Top-Star der Oboistengilde.

Mayer kam zusammen mit dem Concertino Wien, einem Zusammenschluss von Musikern der Wiener Symphoniker. Das Programm bestand aus einer Zusammenstellung von lauter Raritäten, sieht man einmal von Hugo Wolfs einsätziger Italienischer Serenade ab, die von den Wienern federleicht, klanglich temperiert, mit schönen solistischen Einlagen, dabei nicht ganz frei von kleinen Intonationsdifferenzen serviert wurde.

Dann glänzte Albrecht Mayer mit seinem umwerfend schönen Oboenton, seiner spieltechnischen Versiertheit und seiner unnachahmlichen Vitalität des Musizierens in einem Oboenkonzert, das unter dem Namen Joseph Haydn firmiert, aber nachgewiesenermaßen nicht von Haydn stammt. Das leichtgewichtige, ganz in der klassischen Konzerttradition stehende Werk fand im makellosen Zusammenspiel von Solist und Ensemble eine optimale Wiedergabe.

Den etwas kurz geratenen ersten Teil ergänzten Mayer und die ersten Pulte des Ensembles mit einem Johann Sebastian Bachs Air aus der D-Dur-Suite nachempfundenen Satz von Reynaldo Hahn. Ermanno Wolf-Ferraris Oboenkonzert „Idillio“ ist ein naturnahes, heiteres Stück, das, 1933 entstanden, stilistisch völlig aus der Zeit gefallen ist. Mayer und das Concertino Wien boten das knifflige Konzert in einer mustergültigen Wiedergabe, mit wunderschön abgestuften Pianissimo-Klängen im langsamen Satz.

Zum Schluss dann Mozarts selten zu hörende Symphonie Nr. 28 C-Dur in einer Aufführung in bester Wiener Tradition, geschliffen, mit spritzigen Tempi vor allem im Perpetuum mobile des beeindruckenden Finales.

Das Publikum erklatschte sich Zugaben: den Finalsatz aus der Holberg-Suite von Edvard Grieg und den langsamen Satz aus Mozarts erster Symphonie. Mit diesem Konzert ging eine Ära zu Ende, die zum Glück nicht das Ende der verdienten und qualitativ hochstehenden Konzertreihe bedeutet.

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