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5. Sinfoniekonzert mit Gastdirigent Patrick Lange

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Interessante Gäste bereicherten das 5. Aachener Sinfoniekonzert im gut besuchten Eurogress. Der Nürnberger Gast-Dirigent Patrick Lange, Jahrgang 1971, gehört unzweifelhaft zu den Hoffnungsträgern seiner Zunft.

In Aachen gefiel er durch seinen geradlinigen, uneitlen und handwerklich sauberen Stil. Dass Bernd Alois Zimmermanns „Kontraste”, sechs Miniaturen von origineller klanglicher Farbigkeit, zum Auftakt dennoch nur matt über die Rampe kamen, ist weder dem Aachener Sinfonieorchester noch dem Dirigenten anzulasten, sondern, wie gewohnt, der stumpfen Akustik des Eurogress´. Gleichwohl wurde hörbar, dass Lange mit dem Orchester die fein gearbeitete Partitur genau aushörte und das spezifische Kolorit der kleinen Charakterstücke angemessen erfasste.

Auch Beethovens 3. Klavierkonzert in c-Moll war geprägt von kapellmeisterlichen Qualitäten, die das Werk allerdings über Strecken in ein allzu braves Licht rückten. Von feurigem Zugriff konnte im groß angelegten „Allegro con brio” kaum die Rede sein.

Dafür taktierte er zwar sorgfältig, aber auch zu vorsichtig. Allerdings befand sich Lange damit in Einklang mit dem jungen finnischen Pianisten Henri Sigfridsson, der das Werk ebenso unprätentiös anging und sich dadurch von den Manierismen seines Kollegen Alexander Melnikov im letzten Konzert wohltuend absetzte. Außergewöhnlich blendende pianistische Brillanz versprühte er ebenso wenig wie emotionalen Hochdruck. Dafür gelang ihm eine geradezu kammermusikalisch schlanke Interpretation von klassischer Konsistenz.

Mit einer textgetreuen Transkription von Jean Sibelius´ Tondichtung „Finlandia” aus der Feder des Komponisten, einer sympathischen Huldigung des Pianisten an seine Heimat als Zugabe, zeigte Sigfridsson, dass er auch kräftiger zupacken kann.

Robert Schumanns Dritte Symphonie, die „Rheinische”, gehört nicht gerade zu den besonders bequemen Stücken für einen Gastdirigenten, der weder das Orchester noch die Konzertstätte kennt. Der emphatische Jubelton der ersten beiden Sätze und des Finales sowie die recht dicke Instrumentation stellen den Dirigenten vor knifflige klangliche Probleme. Die kann auch Lange nicht befriedigend lösen. Das Orchester klang hier wenig transparent; dynamisch und agogisch wurden nur selten differenzierte Zwischentöne hörbar. So reichte es nur zu einer pauschalen Ansicht des Werks.

Viel Beifall für einen Konzertabend mit Licht und Schatten.
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