Eupen - 23. Eupener Musik Marathon: Auch Flensburger üben sich im Regentanz

23. Eupener Musik Marathon: Auch Flensburger üben sich im Regentanz

Von: Alexander Barth
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Sie brachten reichlich Energie auf die Bühne und machten das Wetter für eine Stunde zur Nebensache: Die Punkrocker von Turbostaat aus Flensburg, deren jüngstes Album „Stadt der Angst“ auf Platz 13 im Jahr 2013 der Deutschen Charts eingestiegen ist. Foto: Alexander Barth
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Von Kinderliedern bis Gitarrenrock: Der Musik Marathon präsentierte sich einmal mehr als Familienfestival. Foto: Alexander Barth

Eupen. Reichlich Quadratmeter Zeltplane, die den Blick zum ostbelgischen Himmel versperren, dazu Regentänze statt sonnig-beschwingter Freiluftschwof – streng genommen ist die 23. Auflage des Eupen Musik Marathon am Wochenende ganz fühlbar ins Wasser gefallen. Trotz Dauerregens haben sich Musikfans aus dem Dreiländereck aber nicht abhalten lassen, das vielfältige Programm mit 60 Bands auf neun Bühnen in der Eupener Oberstadt zu erleben.

Immerhin 800 Besucher am Samstag und 2200 Besucher am Sonntag zählte Konstanze Keller von der Kulturvereinigung Chudoscnik Sunergia, die den Marathon seit Jahren mit vielen ehrenamtlichen Helfern organisiert. Erstmals seit gut einem Jahrzehnt hatten die Veranstalter diesmal auf eine Hauptbühne mit namhaften Bands und Künstlern, etwa aus dem Deutschen Musikmarkt, verzichtet. Stattdessen sollte es „Back to the Roots“ gehen, zurück zu den Wurzeln des Festivals und in eine Zeit, als der Musik Marathon noch schlicht „Tag der Musik“ hieß. Schon damals war musikalische Vielfalt oberstes Gebot – ein Credo, das bis heute zum Konzept gehört.

Mit Soul, Reggae, World Music, Techno oder Punkrock sorgten internationale wie regionale Bands und Künstler für den einen oder anderen „Regentanz“ beim Publikum, das traditionell aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden zusammenkam. Auf der Bühne im Hof der Regierung oder in der Friedenskirche wurden mit Klassik und Jazz dagegen ruhigere Töne angeschlagen.

Besonders stimmungsvoll geriet der Auftritt der flämischen Indierock-Band Intergalactic Lovers um Sängerin Lara Chedraoui auf der Bühne im Stadtpark. Das Quartett hat in diesem Jahr mit „Little Heavy Burdens“ ein starkes Album auf Thees Uhlmanns Label Grand Hotel van Cleef veröffentlicht und schickt sich an, nach ihrem Heimatland auch die deutsche Indiegemeinde zu erobern.

Die große Geste der Editors trifft bei den Intergalactic Lovers auf den rauen Charme von PJ Harvey, meisterhaft verkörpert von Lara Chedraoui. Die Sängerin hatte vor dem Auftritt bereits Vorschusslorbeeren für das Eupener Publikum parat: „Wir haben hier den ganzen Tag verbracht, die Leute sind trotz des Regens gut drauf.“ Tatsächlich folgten einige Hundert Zuhörer den Song-Episoden von Chedraoui und Co., nicht wenige bewiesen Textsicherheit.

Eine weite Anreise – zumindest, was den Stammsitz angeht – hatte die Flensburger Band Turbostaat am Sonntag auf sich genommen. Ihre Version vom modernen Punkrock, melodisch, treibend und Genregrenzen sprengend, war bereits für Chart-Platzierungen gut. Turbostaat beschlossen am Sonntagabend das Programm auf der Bühne „Auf‘m Hund“, wo sich zwei Tage lang vor allem jüngere Bands aus dem Alternative-Bereich beweisen durften. Mit dem Fünfer um Sänger Jan Windmeier (siehe „Nachgefragt“), seit 1999 unterwegs, hatte Chudoscnik Sunergia dann doch ein wenig Prominenz verpflichtet. Deutschen Festivalbesuchern ist die Band von Rock am Ring oder Highfield bekannt.

„Dass uns der Regen ziemlich zu schaffen gemacht hat, ist klar“, bilanzierte Konstanze Keller. Allerdings habe man durch das veränderte Konzept ein geringeres finanzielles Risiko gehabt. „Der Plan ist aufgegangen, auch wenn wir natürlich lieber eine volle Oberstadt gesehen hätten.“ Man werde sich nun zusammensetzen, „weil wir uns Gedanken machen müssen in Sachen Zielpublikum“, sagte Konstanze Keller. Was die musikalische Qualität angeht, dürfte hingegen kaum Redebedarf bestehen.

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