Aachen - 2009 im Kino: Der „Terminator” steigt wieder in den Ring

2009 im Kino: Der „Terminator” steigt wieder in den Ring

Von: Dieter Osswald
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Da schlagen Mädchenherzen höher: Bella (Kristen Stewart) und Edward (Robert Pattinson) in „Biss zum Morgengrauen”. Foto: Concorde Filmverleih

Aachen. Nach dem sensationellen Kassenerfolg von „Highschool Musical 3” geht der Girlie-Trend im nächsten Jahr munter weiter, die Traumfabrik setzt auf das profitable Potenzial dieser Zielgruppe. Die Markt-Macht der Teeniemädchen hat der sanfte Vampirfilm „Twilight” mit dem ersten Platz in den US-Charts bereits millionenschwer unter Beweis gestellt.

Hierzulande ist die Hysterie um die junge Heldin Bella und den höchst attraktiven Blutsauger Edward gleichfalls im Gange, seinen Biss auf der Leinwand kann der romantische Bestseller-Vampir ab Mitte Januar unter Beweis stellen. Für die Sommerferien hat längst „Hannah Montana” für ihre Mädchen-Abenteuer die Leinwände gebucht.

Bale statt Schwarzenegger

Härtere Bandagen legt der einstige Frauenschwarm Mickey Rourke an. Lange von der Bildfläche verschwunden, gelingt ihm mit „The Wrestler” ein grandioses, gar oscarverdächtiges Comeback als abgehalfterter Schau-Kämpfer, der sich auf die verzweifelte Suche nach ein bisschen Würde in seinem verkorksten Leben macht. Für Film von Regisseur Darren Aronofsky gab bei den Festspielen von Venedig bereits den Goldenen Löwem.

Erneut in den Ring steigt nach ebenfalls längerer Pause der gute alte „Terminator”, auf den „Hasta la vista”-Spuren von Arnold Schwarzenegger wandelt fortan „Batman”-Bube Christan Bale. Gleichfalls runderneuert gibt sich Captain Kirk samt „Raumschiff Enterprise” die Ehre.

„Star Trek XI” nennt sich der jüngste Leinwandstreich des futuristischen Dauerläufers, der diesmal von den Jugendzeiten der Kultfiguren im All erzählt. Selbst der Ur-Vulkanier Mr. Spock alias Leonard Nimoy beamt sich spitzohrig für einen Gastauftritt an Bord.

Kürzere, gleichwohl profitable Traditionen haben die diversen Fortsetzungen der kommenden Kinokollektion. Die bewährten Serienproduktionen reichen von Animationserfolgen wie „Ice Age 3” über Action à la „Transformer”, „Fast & Furious” oder „Transporter” bis zu haarigem „Saw 5”-Horror.

Traditionell wird mit „Harry Potter und der Halbblutprinz” im Sommer die Geldmaschine angeworfen, als ähnlich sichere Bank an der Kinokasse haben sich Comic-Verfilmungen etabliert. Diesmal stehen neben den bereits filmerfahrenen „X-Men” noch „The Spirit” von Frank Miller und „Watchmen” auf dem Programm.

Hochkarätiges verspricht die kommende Kunst-Kollektion. Zur Eröffnung der Berlinale gibt sich „Parfum”-Macher Tom Tykwer mit dem Waffengeschäft-Thriller „The International” mit Armin Mueller-Stahl die Ehre. Oscar-Preisträger Gus van Sant erzählt in „Milk” mit Sean Penn die Geschichte des schwulen Politikers Harvey Milk, der 1978 in San Francisco ermordet wurde.

Für Cannes gebucht sind „Illuminati”, eine weitere Bestseller-Verfilmung des „Sakrileg”-Autors Dan Brown, bei dem sich Tom Hanks abermals auf Geheimbund-Suche macht. Auf „Palmen” hofft Quentin Tarantino mit seinem in Berlin gedrehten Nazi-Drama „Inglourious Bas- terds”, wo neben Brad Pitt auch Til Schweiger, Diane Kruger und Daniel Brühl auftreten.

Ganz ohne erwarteten Festival-Glamour startet derweil das im Vorfeld umstrittene Stauffenberg-Drama „Operation Walküre” von Bryan Singer mit Tom Cruise, das gleichfalls in Berlin mit deutschem Fördergeld entstand. Auffallend politisch fallen diesmal etliche Hollywood-Produktionen aus.

Oscar-Preisträger Steven Soderbergh erzählt mit „Che” die Lebensgeschichte des südamerikanischen Revolutionärs Guevara. Oliver Stone widmet sich in „W!” kritisch der Ära des scheidenden US-Präsidenten George W. Bush. Und Ron Howard schildert mit „Frost/Nixon” die historische Talkshow zwischen dem britischen Journalisten David Frost und dem umstrittenen Richard Nixon. Clint Eastwood gibt sich gleichfalls gesellschaftskritisch, wenn auch in gewohnt gediegener Form: Mit Angelina Jolie erzählt er in „Der fremde Sohn” die wahre Geschichte eines Polizeiskandals im Los Angeles der 20er Jahre: Eine verzweifelte Mutter wird von korrupten Cops in die Psychiatrie gesteckt, weil sie sich weigert, ein fremdes Kind als ihren zuvor entführten Sohn anzuerkennen.

Vielfältig wie selten präsentiert sich das deutsche Kino. Roland Emmerich outet sich in Hollywood als Verschwörungstheoretiker, der für „2012” den Weltuntergang prophezeit. Sönke Wortmann verfilmte „Die Päpstin”, derweil Mario Barth mit der „Männersache” blödelt und Oskar Rohler nach seinen verunglückten „Elementarteilchen” nun mit der David Lynch-Hommage „Lulu und Jimi” eine wundersame Lovestory der grandios unzynischen Art zelebriert.

Für die jungen Zuschauer erobern TV-Serien weiter die Leinwand: Während der „Willi will´s wissen”-Held die Wunder dieser Welt erforscht, stürzen sich „Wickie und die starken Männer” als reale Figuren ins Abenteuer. Der nächste Weihnachts-Knüller steht gleichfalls fest: Til Schweiger geht in die zweite Runde mit seinen „Keinohrhasen” - „Zweiohrküken” ist wiederum eine schöne Bescherung vor allem fürs weibliche Publikum.
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