„American Assassin”: Ein neuer Actionheld erobert die Leinwand

Von: Aleksandra Bakmaz
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 Kinostart - "American Assassin"
Agenten-Thriller mit aktuellem Terror-Bezug: Nachwuchstalent Dylan O’Brien als Mitch Rapp (l.) und Shiva Negar als Annika in einer Szene des Films „American Assassin”. Foto: Christian Black/StudioCanal/dpa

München. Terror. Das ist nach zahlreichen Anschlägen auf der Welt für viele Menschen nur noch ein Wort. Ein Wort, das immer wieder durch die Schlagzeilen geistert und einen deshalb auch vielleicht etwas abstumpfen lässt. Nur wer den Schrecken an der eigenen Haut erlebt oder jemanden dadurch verloren hat, weiß um die Bedeutung von Terror und wie er sich anfühlt. Eine eindrucksvolle Vorstellung davon liefert der Action-Thriller „American Assassin”.

Ein Tag am Strand verändert das Leben des Studenten Mitch Rapp, gespielt von Nachwuchstalent Dylan OBrien. Wenige Minuten nachdem er seiner Freundin Katerina einen Heiratsantrag macht, tauchen zwischen Cocktails und Palmen plötzlich islamistische Terroristen auf und schießen wild um sich. Regisseur Michael Cuesta („Homeland”) überzeugt gleich zu Beginn des Films mit einer schonungslosen Inszenierung des Anschlags. Nahaufnahmen holen die Zuschauer ins Geschehen, lassen sie den Kugelhagel unvermittelt miterleben. Auch deshalb hat die FSK den Action-Thriller wohl erst ab 18 Jahren freigegeben.

Während Rapp das blutige Attentat schwer verletzt überlebt, fällt seine Verlobte den Islamisten zum Opfer. Von Rache getrieben, infiltriert er Monate später auf eigene Faust eine Terrorzelle. Das CIA wird auf den unerfahrenen, aber talentierten Hitzkopf aufmerksam und bildet ihn zum Anti-Terror-Agenten aus.

Sein Trainer im Geheimagenten-Camp ist CIA-Urgestein Stan Hurley. Oscar-Preisträger Michael Keaton nimmt die Rolle des erfahrenen Ausbilders und berüchtigten Kriegsveteranen vollkommen ein und überzeugt mit harten, zum Schluss aber auch mit weichen Seiten.

Gemeinsam gehen Hurley und Rapp mit der Spezialeinheit Orion auf die Jagd nach Terror-Drahtziehern. Den Wandel vom harmlosen Durchschnitts-Studenten zur geölten Tötungsmaschine mit Ecken und Kanten nimmt man Hauptdarsteller und Nachwuchstalent OBrien („Maze Runner”) problemlos ab.

Dazu trägt auch seine junge und ungezwungene Art bei, die er als Rapp bei Alleingängen an den Tag legt. Obwohl er sich meistens hart und stur gibt, entspricht OBriens Darstellung eines Geheimagenten nicht unbedingt dem Klischee. Sie ist viel mehr weicher, subtiler und dadurch auch mehrdimensionaler. Rapp mimt auch nicht den Frauenhelden, wie es Agenten-Vorbilder wie Jason Bourne oder James Bond sonst gern tun.

Der Film unterhält durch seine dichte Handlung und das überzeugende Spiel der Hauptdarsteller. Folter- und Kampfszenen sind aber nichts für schwache Nerven. Und am Ende schweift Regisseur Cuesta auch etwas von seinem roten Faden ab und driftet vom gelungenen Thriller hin zu banaler Action, einer Atombombe und einem wenig überzeugenden Bösewicht.

„American Assassin” basiert auf den gleichnamigen Agentenromanen des amerikanischen Schriftstellers Vince Flynn, von denen weltweit mehr als 25 Millionen Exemplare verkauft wurden. Genug Stoff für weitere Filme würden die Bücher um Rapp demnach liefern - Fortsetzung also nicht ausgeschlossen.

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