Berlin - Wie wird ein Dino zum Fossil?

Wie wird ein Dino zum Fossil?

Von: dpa
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Besucher betrachten am Dienstag im Museum für Naturkunde in Berlin das Skelett eines Dinosauriers. Mit über 30 Millionen Sammlungsobjekten und einem öffentlichen Museum mit 6.600 qm Ausstellungsfläche ist das Museum für Naturkunde das größte deutsche Naturkundemuseum und eines der fünf größten weltweit. Im Naturkunde-Museum kann man spannende Sachen entdecken.

Berlin. Wir befinden uns am Strand eines urzeitlichen Meeres, 150 Millionen Jahre vor unserer Zeit. Ein riesiger Raubsaurier verschlingt einen toten Dinosaurier. Nach einer Weile hört er auf zu fressen und stapft davon. Die Reste des toten Dinos bleiben zurück.

Heute, 150 Millionen Jahre später, liegen einige seiner Knochen im Naturkundemuseum in Berlin. Das Museum für Naturkunde in Berlin ist das größte deutsche Naturkundemuseum. Weltweit zählt es zu den fünf größten Museen dieser Art. Die Knochen haben die lange Zeit bis heute überdauert. Wie ist das möglich?

Die Knochen des Dinos sind versteinert – sie sind zu Fossilien geworden. Das Wort Fossil kommt aus dem Lateinischen. Gemeint sind damit Überreste oder Abdrücke von Tieren und Pflanzen aus vergangener Zeit. Doch Tiere und Pflanzen werden nur sehr selten zu Fossilien – und nur unter bestimmten Bedingungen.

„Damit es geschieht, muss das Tier nach seinem Tod schnell begraben werden, unter Sand oder Schlamm zum Beispiel. Denn an der Luft würden tote Tiere zum Beispiel verwesen“, erklärt Daniela Schwarz-Wings. Sie ist Expertin für Dinosaurier-Fossilien.

Reisen wir also noch einmal zurück in die Vergangenheit und schauen, was mit dem Dino vom Strand passiert ist. Kurz, nachdem der Raubsaurier verschwunden ist, kommt die Flut. Das Wasser steigt und zieht den toten Dino mit ins Meer. Der Körper sackt auf den Meeresgrund und sinkt mit der Zeit in den Meeresboden ein. Dabei fressen Tieren und Bakterien die weichen Körperteile wie Haut oder Muskeln nach und nach auf.

Während das passiert, lagern sich immer mehr Schlamm und Sand auf den Überresten ab. Dadurch lastet immer mehr Gewicht auf den Dino-Resten und der Umgebung. Schlamm und Sand werden langsam zu Stein zusammengepresst. Die Knochen des Dinos beginnen, sich durch den steigenden Druck zu verändern. Der Druck quetscht zum Beispiel Wasser aus den Knochen heraus. Dafür lagern sich Mineralien aus der Umgebung in dem Knochen ab. Mineralien sind bestimmte chemische Stoffe. Fast alle Gesteine der Erde bestehen aus Mineralien. Solche Mineralien lassen nun die Knochen versteinern.

Das merkt man am Gewicht: „Versteinerte Knochen sind schwerer als normale Knochen“, sagt Daniela Schwarz-Wings. „Und wenn die Knochen einmal versteinert sind, sind sie sehr gut geschützt.“ Eingeschlossen im Gestein können sie Jahrmillionen überdauern. Die Welt um sie herum verändert sich in dieser Zeit. Meere verschwinden, Tierarten sterben aus, andere entstehen.

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