Herzogenrath - Wie aus Gartenabfällen gute Komposterde wird

Wie aus Gartenabfällen gute Komposterde wird

Von: eli
Letzte Aktualisierung:
7330375.jpg
Hier darf der Grünschnitt abgeladen werden. An der Sammelstelle in Herzogenrath steht der Container. Darin werden Äste, Blätter und Rasenschnitt gesammelt. Foto: Elisa Zander
7330385.jpg
Bevor der Container aufgeladen wird, muss Horst Welden erst ein Netz spannen. So wird verhindert, dass etwas herunter auf die Fahrbahn fällt. Foto: Elisa Zander
7330398.jpg
Foto: Elisa Zander
7330397.jpg
Jetzt liegt der Grünschnitt auf einem großen Haufen. Mit einem Radlader wird er gepackt und in den Schredder gehoben. Foto: Elisa Zander
7330408.jpg
Am Ende der Maschine kommt er als Biomaterial und Holzhäcksel heraus. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Hast Du schon einmal gesehen, wie eine Hecke geschnitten wird? Einmal im Jahr sollte das gemacht werden, damit sie schön in Form bleibt. Die Äste, die man abschneidet, nennt man Grünschnitt. Den kann man entweder auf den Komposthaufen im Garten legen oder in die Bio-Abfalltonne. Manche bringen den Grünschnitt aber auch zu einem Wertstoffhof.

So einen gibt es zum Beispiel in Herzogenrath. Gesammelt wird der Grünschnitt dort in großen Containern. Weil viele Bürger aus Herzogenrath dort ihren Grünschnitt abgeben, zum Beispiel, weil er für die Biotonne zu groß ist, sammelt sich dort eine ganze Menge an. Mindestens einmal in der Woche wird der Container geleert. Dazu muss er zu einem großen Kompostplatz gebracht werden.

Darum kommt Horst Welden von der Regio-Entsorgung mit einem Lkw. Auf den wird der Container später gezogen. Vorher muss aber ein großes Netz über den Container gespannt werden, damit keine Äste oder Blätter beim Transport herunterfallen. Das ist nicht so einfach, denn der Container ist so groß, dass Horst Welden von allen Seiten ziehen muss, um das Netz zu spannen.

Dann wird der Container aufgeladen. Horst Welden muss dazu nur einen Knopf in der Führerkabine betätigen. „Los geht’s“, ruft er und steuert den Lkw vom Bauhof auf die Straße. Er fährt zum Kompostplatz auf der ehemaligen Deponie in Warden. Er liegt ein bisschen außerhalb. Dort wird Grünabfall aus vielen Städten hingebracht. Horst Welden fährt mit dem Lkw zur Annahme und mit dem Container auf die Waage.

4,85 Tonnen Grünschnitt sind in dem Container. Das ist so viel Gewicht, wie etwa sieben Kühe wiegen. Horst Welden fährt zum Abladeplatz. Der Container wird gekippt und mit einem Mal rutschen die Äste, Blätter und Stöcke heraus. Horst Welden fährt mit dem leeren Container nun zurück zum Wertstoffhof in Herzogenrath, damit neuer Grünschnitt darin gesammelt werden kann.

Und was passiert mit dem Astwerk, das auf dem Kompostplatz liegt? Daraus wird in vielen Arbeitsschritten Kompost gemacht. Joseph Stiller arbeitet bei der AWA Entsorgung GmbH. Er hat Karlo Clever den Ablauf ganz genau erklärt.

Zuerst werden die Abfälle zerkleinert. Das passiert mit einem großen Schredder. Ein Rad- lader hebt mit seiner Schaufel den Grünschnitt hinein. Bei den Ästen wird dabei auch die Oberfläche angerissen. So wird den Mikroorganismen mehr Fläche geboten. Mikroorganismen sind ganz kleine Lebewesen, Pilze zum Beispiel und Bakterien. Sie zerkauen den Bioabfall, verdauen ihn und machen ihn zu Kompost. Sie brauchen Sauerstoff und Feuchtigkeit, um gut arbeiten zu können. Während sie arbeiten, entsteht Wärme. Bis zu 80 Grad Celsius heiß kann das Material werden.

Das, was durch den Schredder entsteht, ist feines Biomaterial und Holzhäcksel. Es wird vermischt und mit einem Radlader zu langen Haufen aufgetürmt. Die nennt man Mieten. Wenn der Grünschnitt so zusammen auf einem großen Berg liegt, beginnt er zu verrotten. Darum nennt man diesen Zustand auch Rotte. Alles, was auf natürlichem Weg entstanden ist, kann auch auf natürlichem Weg wieder verrotten. Auf dem Kompostplatz wird dieser Prozess noch verbessert. Es wird dafür gesorgt, dass es die Mikroorganismen gut haben.

Dazu gehört, die Mieten immer wieder durchzumischen. Denn dadurch wird das Material gelockert, und neuer Sauerstoff gelangt hinein. Und den brauchen die Mikroorganismen, um gut atmen zu können. Ein großer Schaufellader hebt dazu den Haufen um. Andreas Groten sitzt zum Beispiel in solch einem Radlader. Er arbeitet für die Firma Gabco auf dem Kompostplatz. Wenn er mit dem Radlader die Schaufel in die Mieten schiebt, heben sich manchmal die Hinterräder in die Luft. Denn vorne in der Baggerschaufel befinden sich knapp drei Tonnen Material. Ganz viel Dampf steigt auf – die Rotte ist sehr heiß.

Die Vorrotte dauert drei bis fünf Wochen, dann folgt die Hauptrotte. Die kann noch mal bis zu acht Wochen dauern. Und immer wieder werden die Mieten umgesetzt. So bekommen die Mikroorganismen wieder viel Luft und Platz zum Leben und Arbeiten.

Schließlich ist aus dem Grünschnitt fertiger Kompost geworden. Der wird gesiebt. Der Kompost wird nach feinen und groben Anteilen sortiert und getrennt gelagert. Das funktioniert ähnlich wie bei Dir im Sandkasten. Wenn Du dort den Sand durch ein Sieb laufen lässt, kannst Du Äste und Steine herausholen. Der feine Sand fließt durch das Sieb. Ähnlich funktioniert es bei dem Kompost – nur dass das Sieb hier viel größer ist und verschiedene Ausgänge hat. Karlo Clever atmet tief ein, denn der Pflanzendünger und Bodenverbesserer, so nennt man den Kompost auch, riecht schön nach Erde und Pflanzen.

Der sortierte Kompost kann nun benutzt werden. Ein bisschen von dem Kompost hat Karlo Clever mitgenommen. Im Garten hat er damit seine Blumen und die Hecke gedüngt. Die wachsen dadurch besonders gut. Denn die Nährstoffe in dem Kompost versorgen die Pflanzen mit allem, was sie brauchen. Und Karlo Clever freut sich über die schönen, leuchtenden Blumen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert