Zugang zum Medizinstudium soll einfacher werden

Von: dpa
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Olpe. An den Universitäten in Nordrhein-Westfalen sollen künftig mehr Mediziner ausgebildet werden. Ein leichterer Zugang zum Medizinstudium außerhalb des Numerus Clausus und die Schaffung zusätzlicher Professuren für Allgemeinmedizin sollen den drohenden Mangel an Haus- und Landärzten verhindern.

Das sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwochabend bei der Aufzeichnung einer Podiumsdiskussion des WDR in Olpe.

Vor allem in der Eifel, im Münsterland und im Sauerland gebe es Regionen, in denen in den kommenden zehn Jahren fast die Hälfte der Hausärzte ins Rentenalter kommen.

Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, warnte am Donnerstag in Münster ebenfalls vor einem Ärztemangel und forderte Änderungen beim Zugang zum Studium. Die Abiturnote dürfe nicht die einzige Zugangsbedingung sein. „Persönliche Eignung, Leistungsbereitschaft und Begeisterung für den Arztberuf müssen berücksichtigt werden.” Laumann kündigte neben der Erhöhung der Zahl der Medizinstudenten auch Stipendien und Prämien an, um Anreize zu geben, dass sich junge

Mediziner zum Hausarzt ausbilden lassen und Landarztpraxen übernehmen. Er Minister kritisierte aber auch die ärztliche Selbstverwaltung. In anderen Bundesländern würden medizinische Leistungen besser bezahlt, weil die Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW schlecht mit den Krankenkassen verhandelt hätten.

„Es kann nicht sein, dass auf dem Land irgendwann die Gemeindeschwester kommt, während die jungen Ärzte Praxen in anderen Bundesländern aufmachen”, sagte der Minister. Allerdings könne er bei der derzeitigen Lage verstehen, dass sich ein Arzt statt im Münsterland lieber im 20 Kilometer entfernten Emsland niederlässt, weil er dort deutlich besser verdiene.

Der Ärztemangel liege nicht am mangelnden Interesse junger Menschen am Ärzteberuf. „Auf einen Studienplatz gibt es zehn Bewerber”, sagte Laumann. Man müsse auch Bewerber ausbilden, die nicht ihr Abitur mit 1,1 gemacht haben. „Absolventen mit einem solchen Abitur sind wahrscheinlich nicht die, die nachher eine Arztpraxis auf dem Land aufmachen”, sagte er. Seine Pläne würden von seinem für die Universitäten zuständigen Kabinettskollegen Andreas Pinkwart (FDP) unterstützt.

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