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Zelte? Container? TH sucht Lehrraum

Von: Thorsten Karbach
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Baustelle Hörsaalzentrum an d
Baustelle Hörsaalzentrum an der Classenstraße: Auch wenn mit Hochdruck gearbeitet wird, werden die Räume später fertig als zunächst geplant. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es sollte ein wichtiger Baustein sein, um die Studierendenflut des doppelten Abiturjahrgangs im Wintersemester 2013 aufzufangen. Beim Spatenstich im Dezember hatte RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg mehrfach betont, es müsse auf der Baustelle an der Claßenstraße Vollgas gegeben werden.

Die Hochschule brauche die 4000 Plätze in Hörsälen und Seminarräumen. Mittlerweile ist klar: Der Zeitplan kann nicht eingehalten werden, das neue Hörsaalzentrum wird frühestens Anfang 2014 fertiggestellt und kann damit erst im Sommersemester 2014 von der Hochschule eingeplant werden.

„Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass die ursprünglich geplanten Fristen eingehalten werden, aber dem ist leider nicht so. Aber es nutzt nun auch nichts, deswegen zu lamentieren”, sagt nun RWTH-Baudirektorin Gabriele Golubowitsch. Die Leiterin des zuständigen Dezernates sucht stattdessen nach einer „gescheiten Lösung”. „Wir fühlen uns den Studierenden verpflichtet”, erklärt sie. Zum Wintersemester werden 7200 neue Studierende erwartet. Normalerweise gibt es an der RWTH 5000 Erstsemesterplätze in so einem Wintersemester.

Denen fehlt nicht nur Wohnraum (wir berichteten)k, sondern zumindest auch im ersten Semester Lernraum. Der müsse laut Golubowitsch nun vorübergehend geschaffen werden, die Baudirektorin berichtet von einer Machbarkeitsstudie, die laufe. „Wir müssen Übergangsgebäude schaffen”, sagt sie. Lösungen mit angemieteten (Kino-)Sälen, wie sie bereits laufen, seien keine Lösung. Es gehe tatsächlich um Extrabauten, die mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW als Bauherrn der RWTH errichtet werden müssten. Wo und in welche Gestalt werde derart ermittelt. Nach AZ-Informationen sind auch Vorlesungszelte und Containerlösungen denkbar (am Kármán-Auditorium wird derzeit schon in einem Mensazelt gespeist). Im Mai sollen Ergebnisse vorliegen.

Die werden auch beim AStA der RWTH mit Spannung erwartet. „Es ist ziemlich schlecht, dass das Hörsaalzentrum nicht rechtzeitig fertig wird, wir erwarten nun eine geeignete Übergangslösung”, erklärt Vorsitzender Bela Brenger. Und er formuliert deutlich, wie diese nicht aussehen dürfe: „Es gibt die wildesten Spekulationen. Da es nicht nur um Vorlesungen sondern auch um Prüfungen geht, brauchen wir an dieser Stelle - vor allem, im Wintersemester - nicht über Zirkuszelte reden. Die Studierenden hier sind sich einiges gewöhnt, aber Klausuren an Biergarnituren sind nicht vertretbar.” Brenger und der AStA könnten sich dagegen mit Messebaucontainern arrangieren. „Viel weniger als das geht einfach nicht - auch wenn man dann finanziell in den sauren Apfel beißen muss. Wir Studierenden sind leidensfähig, aber irgendwann ist die Schmerzgrenze erreicht”, sagt er. Und die Folgen bei anderen Lösungen kann er auch schon vorhersagen: „Es wird einen Aufstand geben, wenn die Studierenden in Zelte gesteckt werden.”

Anfang des Monats haben den Arbeiten aber sichtbar begonnen. Der Kampfmittelräumdienst ist Sondierungsbohrungen angegangen, große Bagger graben sich in die Tiefe, sogenannte Rüttelstopfsäulen werden zwecks Stabilität des Untergrunds in den Boden gerammt. „Die Arbeiten laufen auf Hochtouren”, erklärt BLB-Sprecher Bernd Klass. Verzögert hatte sich das Projekt quasi schon bevor es begonnen hatte. Denn der Entwurf der dänischen Architekten „schmidt hammer lassen architects” ließ sich nicht für die bereitliegenden 45 Millionen Euro (aus dem Hochschulmodernisierungsprogramm) realisieren. Deswegen musste der BLB umplanen, der Charakter des Entwurfs konnte zwar erhalten bleiben, es musste aber an Material, Fassadenbegrünung und ein paar Ecken und Kanten gespart werden. „Die Planung musste überarbeitet werden, um die Kostensicherheit zu behalten. Die Eckdaten bleiben aber: Es wird weiterhin über 4000 Plätze für Studierende geben”, erklärt Klass. Allein der Zuschnitt einiger Räume verändert sich. Und nicht zuletzt der Zeitpunkt, wann sie aufgeschlossen werden.
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