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Wissenschaftsnacht: Selbst der Gurke geht ein Licht auf

Von: Hanna Sturm
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Was passiert, wenn . . .?: Bei
Was passiert, wenn . . .?: Beim „Jahrmarkt der Physik im Kármán-Auditorium” waren spannende Experimente zu Foto: Andreas Steindl

Aachen. Eine Saure Gurke als Lampe - das kling unwahrscheinlich. Doch tatsächlich brennt das Würzgürkchen in einem schönen hellen Gelb, allerdings mit einem laut bruzzelnden Geräusch und nur für ein paar Sekunden.

Bis zur Marktreife müsste Professor Ulrich Simon vom Institut für Angewandte Chemie an dieser Biolampe noch ein bisschen feilen. Ihm ging es jedoch nur darum, seinen Zuhörern die Besonderheiten von brennendem Natron zu demonstrieren, das als Speisesalz reichlich in Würzgurken steckt.

Professor Simons Experimentalvorlesung bei der Wissenschaftsnacht an der RWTH Aachen ist bei Kindern und Erwachsenen sehr beliebt. Dicht gedrängt sitzen sie in den Reihen. Humorvoll und packend doziert der Chemiker zum Thema „Evolution des Lichts”, zeigt spannende Experimente mit allerlei fliegenden Funken und Explosionen. Ein Miniatur-Vulkan spuckt Rauch und Feuer, und ein Hochspannungsgenerator erzeugt Blitze.

Wissenschaft ist kein bisschen langweilig, trocken oder vom Lebensalltag entrückt, das beweist nicht nur Professor Simon. Mit Vorträgen, Ausstellungen, Theateraufführungen, Experimenten und Filmen haben Studenten und Mitarbeiter der RWTH auch bei der 9. Wissenschaftsnacht ein lehrreiches und unterhaltsames Programm auf die Beine gestellt.

Erneut herrschte ein großer Publikumsandrang beim physikalischen Jahrmarkt in den Seminarräumen im Kármán-Auditorium. Hier kann jeder selbst ausprobieren und physikalischen Phänomenen wie Schall, Wärme oder Elektrizität auf den Grund gehen. So können die Besucher etwa bei den Physik-Studentinnen Regine Ockelmann und Lisa Felker „Frequenz spielen” und damit Flammen zum Tanzen bringen.

Der Aufbau dieses optisch sehr beeindruckenden Versuchs ist einfach: ein an den Seiten geschlossenes Rohr mit einer Reihe Löcher, vergleichbar etwa mit einer Flöte, wird mit Gas gefüllt und entzündet. An beiden Enden sitzen Lautsprecher. Je nachdem, welche Töne über die Boxen abgespielt werden, züngeln die Flammen in unterschiedlichen wellenförmigen Formationen. „Schallwellen sind nichts anderes als Druckwellen, die von den Flammen reflektiert werden”, erklärt Ockelmann. Ein paar Räume weiter gibt es Wissenschaft nicht nur zum Anfassen, sondern auch zum Essen: Aus Erdbeeren, Milch, Sahne und flüssigem Stickstoff rühren Physikstudenten Eis an, dass zwar wie ein Hexengebräu raucht, aber ganz hervorragend schmeckt.

Im ehemaligen Heizkraftwerk hinter dem Super C flitzt ein Roboter vorwärts und rückwärts über ein Schachfeld, schiebt eifrig Spielsteine von grünen auf blaue Felder und stapelt sie zu Türmchen. Die ziemlich kompakte und würfelförmige Maschine soll im April dem Roboterclub Aachen einen Erfolg bei den internationalen Wettbewerb Eurorobots einbringen. „Beim Wettbewerb tritt unserer Roboter auf dem Schachbrett dann gegen einen anderen an”, erklärt Fabian Greif vom Roboterclub.

Die Konkurrenten haben dann 90 Sekunden Zeit, möglichst viele Steine auf ihren Feldern zu stapeln. Mit Lasersensoren und Ultraschallsensoren erkennt die Maschine, wo die Steine auf dem Spielfeld liegen und was der Gegner macht. „Je nachdem, wie das Spiel verläuft, handelt der Roboter nach bestimmten Strategien”, erklärt der Student der technischen Informatik.

Im letzten Jahr qualifizierten sich die Aachener für das Finale, das soll auch diesmal klappen. Innerhalb weniger Monate müssten die Clubmitglieder einen passenden Roboter für die gestellte Aufgabe austüfteln, fertigen und testen, erklärt Greif. „Das ist extrem stressig, aber auch sehr faszinierend.”
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