Wenn schon im Bus so richtig die Post abgeht

Von: Andreas Steindl
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Stimmungskanone hinterm Steuer: Wenn Shuttle-Party ist, meldet sich Bert Hecht immer freiwillig zum Dienst.

Aachen. Nein, da kann niemand mithalten. Weder die zahlreichen Diskjockeys noch die Livebands wie „Lagerfeuer” oder „The Limpets” oder die knapp bekleideten Gogo-Girls. Der Star der 24. Shuttle-Party ist zweifellos Bert Hecht.

Der macht nämlich seinen Shuttlebus zur 12. Partylocation in dieser Nacht.

Und der Busfahrer im Dienste der Aseag versteht sein Handwerk. Stimmt er doch zahlreiche Partyklassiker wie zum Beispiel das Fliegerlied („Heut ist so ein schöner Tag”) an, als wäre er Tim Toupet persönlich. Jede Straßenbiegung wird auf der Fahrtstrecke zwischen Ponttor und Marschiertor schwungvoll angekündigt: „Aaaaachhhhhhtuuung, Kurve.” Die Menge im Bus dankt es mit zahlreichen „Humbas” und stimmt „Ein Hoch auf unseren Busfahrer” an.

Während andere Kollegen sich lieber nicht der Partymenge stellen, meldet sich der 35-jährige jedes Mal freiwillig, und das nun schon seit zehn Jahren, ununterbrochen: „Eigentlich hätte ich ja frei gehabt, aber diese Party lasse ich mir nicht entgehen.”

„Es hat nie Probleme gegeben”

Und da ist er nicht alleine: Knapp 8000 junge Menschen zieht es auch diesmal wieder in die Innenstadt. „Das macht einfach Spaß hier, und es hat auch noch nie Probleme gegeben”, freut sich Hecht.

„Nächster Halt: Franz”, unterbricht er dann kurz die feiernden Studenten und die Junggebliebenen. In der Location, die zum ersten Mal bei der Party, die regelmäßig zu Semesterbeginn stattfindet, dabei ist, hat sich die Band „Lagerfeuer” angekündigt. Und die macht ihrem Namen alle Ehre, hat sie doch in kürzester Zeit den Saal fest im Griff.

Weiter zieht es das Partyvolk in die Bar Museo oder in das Parkside. Hat man es dort erst einmal ins Innere geschafft, werden die Ohren mit feinster House-Musik verwöhnt. Wer es etwas ruhiger angehen will, kann im „sowiso” und im Apollo die Spiele der Champions-League verfolgen. Ganz hart gesottene Partygänger verschönern ihren Körper im Cafe Madrid mit einem Airbrush-Tattoo. Auch vor den großen Tanzlokalen Königkeller, B9 und Tanzpalast bilden sich immer wieder lange Schlangen. Doch das stört niemanden wirklich. Die jungen Leute feiern dann entweder spontan auf der Straße oder warten geduldig in der milden Frühlingsnacht.

Das Besondere der Shuttle-Party bringt die 24-jährige Maschinenbaustudentin Julie auf den Punkt, die zusammen mit Rüdiger (25) und Charly (25) unterwegs ist: „Der Eintritt ist mit 5 Euro für alle Locations günstig. So gehen wir auch in Clubs, in die wir sonst nicht gehen würden, um zu sehen, was da geboten wird.” Und so machen es viele in dieser Nacht und springen von Tanzfläche zu Tanzfläche, bis um 4.35 Uhr auch bei Bert Hecht das letzte Mal die Bustüren aufgehen.

Aber im Oktober wird er sich sicher wieder freiwillig zum Dienst melden. Denn dann steigt die 25. Shuttle-Party.
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