Vom Bachelor zum Master: So klappt der reibungslose Übergang

Von: Sascha Rettig, dpa
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Mit einem Bachelor bekommen Studenten nicht automatisch einen Masterstudienplatz - viele Hochschulen geben spezielle Zugangsbedingungen vor. Foto: dpa

Bonn/Berlin. Mit dem Bachelor-Abschluss sollen Studenten eigentlich gleich ins Berufsleben starten können - das haben aber nur wenige vor.

Laut einer Eurobarometer-Umfrage im Auftrag der EU-Kommission wollen drei Viertel aller Bachelorstudenten in Europa lieber noch einen Master draufsatteln. Der Übergang verläuft aber längst nicht immer reibungslos.

Grundsätzlich haben alle, die einen Bachelor in der Tasche haben, auch die Möglichkeit, einen Master anzuhängen. „Die Voraussetzung für die Aufnahme eines Masterstudiengangs in Deutschland ist ein berufsqualifizierender Hochschulabschluss”, erklärt Prof. Margret Wintermantel, Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Bonn. „Dazu gehören insbesondere die Bachelorabschlüsse.”

Abbsolventen mit einem Bachelor bekommen jedoch nicht automatisch einen Masterstudienplatz. „Die Lehrkapazitäten reichen eigentlich nur für ein Drittel aller Bachelorabsolventen”, sagt Matthias Jaroch, Sprecher des Deutschen Hochschulverbands in Bonn. „Deshalb sind manche Studiengänge auch zulassungsbeschränkt.” Es gebe allerdings keine Faustregel, um welche es sich dabei handelt. Das sei von Fach zu Fach verschieden.

Entscheidend ist dabei nicht nur die Bachelornote, auch wenn sie häufig mit herangezogen wird. „Um die Eignung der jeweiligen Studierenden für einen bestimmten Masterstudiengang sicherzustellen, können die Hochschulen in den meisten Bundesländern besondere Zugangsvoraussetzungen definieren”, erläutert Wintermantel.

„Diese Anforderungen an die zukünftigen Masterstudierenden sollen gewährleisten, dass sie in der Lage sind, den Studiengang erfolgreich zu absolvieren”, fügt die HRK-Präsidentin hinzu. Zu den besonderen Zugangsvoraussetzungen können etwa mathematisches Wissen, Sprachkenntnisse oder sonstige Zusatzqualifikationen gehören.

Auch die Bewerbungsverfahren und -fristen sind nicht einheitlich geregelt, und die Auswahlverfahren unterscheiden sich je nach Hochschule und Studiengang. „Interessierte sollten sich so früh wie möglich über die Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsfristen informieren”, rät Wintermantel. Für diejenigen, die einen Master direkt an einen Bachelor anschließen wollen, sei eine Bewerbung meist schon vor Abschluss des Bachelorstudiengangs möglich.

Schwierigkeiten kann es zudem bereiten, dass sich nicht jeder Masterstudiengang mit jedem Bachelor kombinieren lässt. „Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich”, sagt Experte Jaroch. „Das hängt auch damit zusammen, ob es sich um einen konsekutiven, also um einen direkt auf den Bachelor aufbauenden Studiengang handelt oder nicht.” Daher sei es zwingender denn je, sich eingehend darüber zu informieren, was das jeweilige Studium vorsieht und welche Entwicklungsmöglichkeiten es für Studenten gibt.

Ob man beim Masterstudium Bafög bekommt, hängt von mehreren Faktoren ab. „Konsekutive Studiengänge werden weitergefördert”, sagt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks in Berlin. Bei nicht-konsekutiven Studiengängen ist die Lage nicht so eindeutig. In diesen Fällen müssen sich die Bachelorabsolventen individuell beraten lassen. Auch eine Übergangsfinanzierung gibt es nicht. Das bedeutet, dass man bei einer Lücke zwischen dem ersten Abschluss und dem Beginn des Masterstudiengangs entweder jobben, vom Gesparten leben oder Sozialleistungen in Anspruch nehmen muss.

Nach dem Bachelorabschluss ist man darüber hinaus nicht daran gebunden, den Master an derselben Hochschule zu machen. „Der Übergang vom Bachelor zum Master ist ein häufig genutztes "Mobilitätsscharnier"”, sagt Wintermantel. Auch wenn inhaltlich aufeinander aufbauende Studiengänge so geplant sind, dass ein direkter Übergang in den Master bereits angelegt ist, können die Studierenden individuell ihren Studienort bestimmen.

Der richtige Zeitpunkt für den Master

Nach dem Bachelorabschluss haben die Absolventen verschiedene Möglichkeiten - und der direkt anschließende Master ist nur eine davon. „Ob man sich dafür entscheidet, hängt vor allem von der eigenen Lebensplanung ab”, sagt Prof. Margret Wintermantel, Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz.

„Die Rückkehr an die Hochschule, nachdem man bereits berufstätig war, kann dabei sehr vorteilhaft sein, weil man Erfahrungen aus der Berufswelt und klarere Vorstellungen von der angestrebten Karriere mitbringt.”

Wer promovieren möchte, braucht in der Regel ebenfalls einen Master. In Einzelfällen könnten zwar auch besonders geeignete Bachelorabsolventen zugelassen werden, erklärt Wintermantel. „Das ist aber eher die Ausnahme.”
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