Unis müssen Studentenandrang zum Semesterstart meistern

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Köln/Essen/Münster. Zum Start des Wintersemesters sind am Montag in Nordrhein-Westfalen Tausende neuer Studenten an die Universitäten geströmt.

Vor den Mensen bildeten sich Schlangen, in manchen Seminarräumen war die Platznot angesichts steigender Erstsemester-Zahlen groß. In Essen soll deshalb sogar ein Kino als Hörsaal herhalten. In Münster könnten nach Schätzungen in diesen Wochen rund 5500 Erstsemester und damit 800 mehr als zum vergangenen Winter in ihr Studium starten. An die Uni Köln drängen mit rund 6500 Erstsemestern sogar 1500 junge Menschen mehr als im vergangenen Jahr.

Auch die Ruhrgebietsuniversität Duisburg-Essen meldete erneut große Steigerungsraten - womöglich die landesweit höchsten, sagte Hochschulsprecherin Beate Kostka. Schon zum Wintersemester 2010/2011 waren die Erstsemesterzahlen vom vorher lange stabilen Niveau von 4000 auf 5000 gesprungen. „Jetzt kommen noch weitere Interessenten durch die Aussetzung der Wehrpflicht und die Doppel-Abiturientenjahrgänge in Bayern und Baden-Württemberg hinzu.”

Wegen akuten Platzmangels haben die Essener für die Vormittage den großen Saal des nahe gelegenen Kinos „Cinemaxx” gemietet. Diese Woche laufen dort noch Tests und technische Vorbereitungen, kommende Woche startet der reguläre Vorlesungsbetrieb. „Studieren im Kino - das wird ein ganz besonderes Gefühl”, sagte die Sprecherin.

Pünktlich zum Semesterstart sind in Münster die Renovierungen des größten Hörsaals im Uni-Schloss fertig geworden. Arbeitsgruppen nehmen dort derzeit alle 230 von der Hochschule genutzten Räume unter die Lupe. „Wir wollen sichergehen, dass alle optimal zeitlich ausgenutzt werden”, sagte ein Sprecher.

In Bochum begann der Start ins akademische Leben am Montag mit einem Geschenk. Vertreter des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum verteilten an jeden der geschätzt 4800 Bochumer Erstsemester eine Freikarte für ein VfL-Heimspiel. Die Begrüßungsfeier musste vom Audimax in mehrere Hörsäle übertragen werden. Das Audimax fasst nur 1800 Menschen. „Noch ist es voll auf dem Gelände”, sagte Universitätssprecher Josef König, „aber das verläuft sich.”

Auch in Köln geben sich die Verantwortlichen gelassen. Die Universität in der Dom-Stadt hat nach Angaben von Sprecher Patrick Honecker keine Schwierigkeiten, der neuen Studentenschar Herr zu werden. „Es ist hier zwar alles voll, aber noch kommen wir klar”, sagte Honecker. „Wir haben jetzt rund 42.000 Studenten an der Universität, aber keine Schwierigkeiten, sie unterzubringen.” Ein neues Gebäude sei eingerichtet und mehr Personal eingestellt worden.
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