Studie: Keine soziale Auslese durch Studiengebühr

Von: dpa
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Düsseldorf/Bochum. Die Einführung von Studiengebühren schreckt laut einer Studie der Ruhr-Universität Bochum nicht von der akademischen Ausbildung ab.

Darauf hat NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Donnerstag in Düsseldorf hingewiesen. Demnach lag der Anteil der Studienanfänger niedrigerer sozialer Herkunft an der Ruhruniversität zum Wintersemester 2008/09 sogar höher als in den Vorjahren.

Vor Einführung der Studiengebühr an der Ruhruniversität zum Sommersemester 2007 lag der Anteil der Anfänger aus Familien mit niedriger Ausbildung und einfachen Berufen bei 16,8 Prozent (WS 2006/07). Dagegen stieg er zum Wintersemester 2008/09 auf 20,1 Prozent.

Gerade an der Ruhr-Universität sei eher das Gegenteil zu erwarten gewesen, da gerade hier im NRW-Vergleich überdurchschnittlich viele Studierende nicht aus dem gut verdienenden Bildungsbürgertum stammen, heißt es in der Studie.

Die jährlich erhobenen Bochumer Daten widerlegten jedoch die Behauptung, dass die Einführung der Studienbeiträge den Hochschulzugang für die einfachen sozialen Milieus erschwere.

Die befürchtete soziale Auslese sei möglicherweise auch dank des nordrhein-westfälischen Ausfallfonds ausgeblieben, mutmaßen die Forscher. Er stellt unter anderem sicher, dass BAföG-Empfänger am Ende ihres Studiums nicht mehr als 10 000 Euro insgesamt an BAföG und Studiendarlehen zurückzahlen müssen.

Allerdings zeichneten sich je nach Herkunft deutliche Unterschiede im Studienverlauf ab, stellt die Studie fest. Diejenigen aus schlechter gestellten Familien müssten Studienbeiträge durch Mehrarbeit und Einschränkungen in der Freizeit auffangen.

Dagegen hätten ihre bessergestellten Kommilitonen dank elterlicher Unterstützung keine negativen Auswirkungen auf ihr Studium zu befürchten.

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