Stipendium im Rücken: Bessere Konzentration auf das Studium

Von: Berthold Strauch
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Mehr Freiraum fürs Studium: Felix Binso Frei (rechts) und Daniel Franz erhalten eines der neuen Stipendien, das Landes- und Unternehmer-Mittel kombiniert. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die finanzielle Situation der Studierenden ist schwierig: Nicht nur den Lebensunterhalt, auch die Studiengebühren gilt es zu schultern. Um begabten Studierenden zu helfen, hat der nordrhein-westfälischen Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP) ein Fördermodell ersonnen, das in Aachen erstmals in klingende Münze umgesetzt worden ist.

Kern des Stipendienmodells der Landesregierung ist die Zusage, Studierende mit monatlich 150 Euro zu unterstützen - wenn Wirtschaftsunternehmen den gleich hohen Betrag beisteuern. Die 300 Euro werden maximal bis zum Ende der Regelstudienzeit bezahlt. Das kann beim Bachelor-Studium plus Master schon mal sechs bis sieben Jahre ausmachen, erklärt Regina Oertel, die an der RWTH Aachen in Vergabe dieses Förderprogramms eingebunden ist.

Angela Poth, die Fundraising-Beauftragte von Rektor Professor Ernst Schmachtenberg, wirbt bei den Hochschulpartnern bereits intensiv um eine weitere finanzielle Unterstützung für die Zukunft - mit großem zählbarem Erfolg.

Für zwei Semester, also ein Jahr, erhielten beispielhaft acht Studenten im Aachener Marschiertor jetzt in festlichem Rahmen ihre Förderzusage überreicht. Für die Ko-Finanzierung sorgt der Regionale Industrieclub Informatik Aachen. Der eingetragene Verein bündelt unter dem Kürzel Regina rund 100 Mitgliedsfirmen, die ihr Geld mit IT, der Informationstechnologie, verdienen.

Vorsitzender Hans Röllinger betonte, dass sich Regina intensiv der Nachwuchsförderung verschrieben habe - im eigenen Interesse. Denn trotz aller Wirtschaftsprobleme könne seine Branche noch genügend Jobs zur Verfügung stellen. Dies wurde vor gut drei Wochen denn auch bei der „Nacht der Unternehmen” deutlich: Die überwiegende Zahl der in dieser Veranstaltung angebotenen freien Stellen wurde von den Regina-Mitgliedsfirmen offeriert.

Felix Frei und Daniel Franz sind zwei der von Regina geförderten Stipendiaten. Franz studiert Informatik und Mathematik an der RWTH, Frei Informatik. Von Regina gehörten Professor Stefan Kowalewski vom Lehrstuhl Informatik und Michael Wallrath (Ascom) zur Jury. Anhand der bisherigen Schul- und Studienleistungen wurde die Auswahl unter rund 40 Bewerbern getroffen.

Der 20-jährige Felix Frei kommt aus Bochum, hat gerade sein drittes Semester begonnen. Er freut sich, dass er sich dank der Finanzspritze „besser aufs Studium konzentrieren kann”. Zudem sei er nun „unabhängiger von meinen Eltern” - deren regelmäßiger Scheck sei vorerst nicht mehr notwendig, sagt der junge Mann.

Daniel Franz (21) stammt aus Bocholt und steckt im fünften Semester. Er will seinen „Hiwi”-Job am Informatik-Institut beibehalten, wo er Programmieraufgaben erledigt und damit wertvolle Praxiserfahrung sammelt. Vielleicht klappt´s ja dann irgendwann auch mal mit einer eigenen Firma.

Landesmodell als Muster für den Bund

Landesweit stehen im Wintersemester 1400 Stipendien zur Verfügung. Auf die RWTH entfallen davon nach Angaben von Pressesprecher Erik Otto vom NRW-Innovationsministerium 190 Stipendien, auf die Fachhochschule Aachen weitere 30 Empfänger.

Die meisten der auf Aachen entfallenen Stipendien sind bereits im August/September zugeteilt worden. Eine Gesamtfeier für alle Empfänger und privaten Geldgeber findet am 3. Dezember statt. Gezahlt wird übrigens, ohne dass zum Beispiel Bafög-Überweisungen und andere Begabten-Stipendien angerechnet werden müssen.

Minister Andreas Pinkwart möchte über eine Bundesrats-Initiative erreichen, dass dieses Fördermodell bundesweit ausgedehnt wird. Im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Bundesregierung steht das Modell bereits drin.
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