Sportpark: Hellmich holt die Maschinen ab

Von: Stephan Mohne
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Abzug: Generalunternehmer Hellmich hat begonnen, seine Maschinen von der Baustelle am Tivoli abzuziehen. Zurück bleiben zunächst nur die Kräne - und eine teure Bauruine. Ein Rechtsstreit droht - aber es gibt auch schon neue Ideen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Auferstehen aus Ruinen könnte etwas, das zunächst wie eine kühne Vision klingt, aber auch ein echter Knaller für den Sportpark Soers sein würde. Hinter den Kulissen wird jedenfalls schon fleißig an den Strippen gezogen und an den Stellschrauben gedreht.

Die Frage lautet: Wird an der Krefelder Straße neben Reit- und Fußballstadion nun auch noch eine Sportzentrum für die 50.000 Studenten und Mitarbeiter der Aachener Hochschulen gebaut? Nichts ist konkret, heißt es dazu bei den beteiligten Stellen auf Anfrage.

Dementieren mag aber auch niemand die Idee. Vielmehr soll es nach AZ-Informationen bereits in wenigen Tagen ein Spitzengespräch dazu geben. Mit am Tisch wären die Stadt, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW als potenzieller Bauherr und die Hochschule. Vor allem Letztere muss von einer solchen Megainvestition überzeugt werden. Letztlich aber platzt das bisherige Hochschulsportzentrum Königshügel in Melaten aus allen Nähten - kein Wunder, bei 12.000 Teilnehmern in 500 Kursen und 70 Sportarten. Pro Woche.

Wer muss jetzt zahlen?

Besagte Ruine ist indes das, was einmal das Verwaltungs- und Nachwuchsleistungszentrum der Alemannia werden sollte. Bauherr ist Tivoli-Generalunternehmer Hellmich. Doch der hat die Baustelle seit Monaten ruhen lassen. Jetzt ruht sie nicht mehr - ohne dass aber gebaut würde. Vielmehr hat das Unternehmen aus dem Ruhrgebiet angefangen, seine Baumaschinen und -materialien abzuholen. Nur die Kräne sollen - vorerst - stehenbleiben, wie es am Mittwoch auf der Baustelle hieß. Eigentlich sollte die Alemannia das Gebäude nach Fertigstellung mieten. So stehe es in den Verträgen, wie TSV-Pressesprecher Thorsten Pracht gestern auf Anfrage sagte.

„Hellmich sieht sich derzeit leider nicht im Stande, diesen Bau vertragsgemäß zu erstellen”, sagt er dazu. Bei Hellmich sieht man das möglicherweise anders, wie gestern vor Ort auf der Baustelle zu hören war. Firmenchef Walter Hellmich ließ eine Bitte um Stellungnahme gleichwohl unbeantwortet. Die Rede ist auch von einer Millionensumme, die da bereits im Soerser Boden verbuddelt wurde. Wer sie aufzubringen hat? Das muss möglicherweise in einem Gerichtsverfahren geklärt werden. Aufgrund besagter Vertragslage sieht die Alemannia dem laut Pracht gelassen entgegen. Lieber hätte man dennoch eine einvernehmliche Lösung. Die müsste es auch tunlichst geben, wenn neue Ideen möglichst rasch Wirklichkeit werden sollen.

Die Synergieeffekte wären jedenfalls nicht zu verachten. Der vom Spitzensport geprägte Sportpark würde um eine große Breitensporteinrichtung erweitert. Auch für das meist leerstehende Parkhaus gäbe es neue Perspektiven. Aber so weit ist man (noch) nicht, wie sich alle Beteiligten beeilen zu betonen. Wohl vor allem deshalb, weil noch - auch vertraglich - dicke Bretter zu bohren sind.

OB Marcel Philipp sagt, es sei nichts konkret. Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass ihm die Idee ziemlich gut gefällt. Er spricht von „Denkmodellen”, die man „angetippt” habe. Die Stadt selbst ist als Eigentümerin der Flächen, die in Erbpacht vergeben werden, im Spiel. Bauherr könnte dereinst der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW sein, der in Aachen in den kommenden Jahren ohnehin Milliarden investiert. Auch dort wurde der Plan gestern nicht dementiert, sondern lediglich mit Hinweis auf besagtes Gespräch Stillschweigen gewahrt.

Für die Alemannia sind unterdessen auch noch Baustellen offen. Die Trainingsplätze auf dem Parkhaus werden nun zügig gebaut - und sollen in rund zehn Wochen fertig sein. Eine neue Amateurarena - das „Werner-Fuchs-Stadion” - wird es wohl, wenn überhaupt, nur in einer „Light-Version” geben. Die Finanzierung ist unklar. Wenn ab 31. Mai der alte Tivoli für die zweite Mannschaft nicht mehr zur Verfügung steht, werden die „Amateure” wohl zunächst im großen Stadion spielen. Eine Konsequenz aus dem Hellmich-Baustopp hat Alemannia schon gezogen: Geschäftsstelle und alle Mannschaften ziehen im Hauptstadion ein.
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