Aachen - Polizei ermittelt nach Übergriffen am „Protestcamp”

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Polizei ermittelt nach Übergriffen am „Protestcamp”

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Nach Übergriffen am „Protestcamp” vor dem SuperC hat die Polizei gegen mindestens sieben Personen, die rechtsradikalen Gruppierungen zugeordnet werden, Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

„Angreifer haben nach den vorliegenden Zeugenaussagen am Montagabend Schlagstöcke auf Menschen geworfen, die dort unterwegs waren”, erklärte Polizeisprecher Paul Kemen am Dienstag. Offenbar sind die Beschuldigten namentlich bekannt.

Die Organisatoren des „Protestcamps”, die im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks ihre Zelte bis Freitag am Templergraben aufgeschlagen haben, gehen davon aus, dass die Angreifer der Neonazi-Szene angehören. „Es kam zu mehreren Provokationen von Nazis gegen das Protestcamp”, erklärte Organisator Jens Wegener. „Mit mehreren Schlägertrupps zogen die Faschisten durch die Pontstraße und die umliegenden Straßen des Camps. Dabei kam es auch zu Übergriffen auf Passanten, welche die Nazis fälschlicherweise unserem Camp zuordneten”, sagte der Student.

Mitstreiterin Julia Merscheid erklärte, dass man nun Nachtwachen eingeteilt habe. „Mit der massiven Bedrohung unseres Camps wollten uns die Nazis zum Aufgeben zwingen. Doch wir lassen uns nicht von diesem Terror vertreiben”, erklärte sie. „Wir kämpfen für eine freie und emanzipatorische Bildung. Dass dies nicht ins faschistische Weltbild passt, ist uns klar”, teilte der Arbeitskreis Bildungsstreik mit. Man fordert, „dass endlich etwas gegen die ständigen Naziübergriffe in Aachen unternommen wird”.

Derweil laufen die Vorbereitungen für den Höhepunkt der Protestwoche. Am heutigen Mittwoch, ab 10.30 Uhr, wollen Schüler, Auszubildende und Studenten vom SuperC quer durch die Stadt bis zum Parteibüro der SPD an der Heinrichsallee ziehen. Der Protest richtet sich unter anderem gegen Studiengebühren, Kopfnoten sowie zunehmenden Zeit- und Leistungsdruck in Schulen und Hochschulen. Mehr als 2000 Teilnehmer werden erwartet - ebenso ein Großaufgebot der Polizei. Verkehrsbehinderungen können die Ordnungskräfte deswegen heute in der Aachener Innenstadt nicht ausschließen.
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