Jülich/Kreis Düren - Physiker Knut Urban erhält Wolf-Preis für Physik

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Physiker Knut Urban erhält Wolf-Preis für Physik

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Wolf-Preisträger Prof. Knut Urban: Er ist Wegbereiter einer neuen Generation von Elektronenmikroskopen, die es erlauben, Materie atomar zu untersuchen. Foto: FZJ

Jülich/Kreis Düren. Hohe Auszeichnung für den Experimentalphysiker Prof. Dr. Knut Urban, seit 1987 Direktor des Instituts für Mikrostrukturforschung des Forschungszentrums Jülich (FZJ). Der gebürtige Stuttgarter, der zugleich Experimentalphysik an der RWTH Aachen lehrt, erhält mit Maximilian Haider von der Heidelberger CEOS GmbH und Harald Rose von der TU Darmstadt den renommierten Wolf-Preis für Physik.

Die Wissenschaftler haben die Elektronenmikroskopie weiterentwickelt, so dass die Eigenschaften von Materialien und die Funktionen von Bauelementen im atomaren Bereich studiert werden können.

Israels Staatspräsident Shimon Peres und Erziehungsminister Gideon Sa´ar überreichen den mit 100.000 Dollar dotierten Preis am 29. Mai in der Knesset, dem israelischen Parlament. Der Wolf-Preis wird seit 1978 an Wissenschaftler und Künstler für „Verdienste zum Wohle der Menschheit und freundschaftliche Beziehungen unter den Völkern” vergeben. Gestiftet wurde er von Ricardo Wolf, einem in Deutschland geborenen Erfinder und früheren kubanischen Botschafter in Israel.

Die drei jetzt ausgezeichneten Physiker schlossen sich Anfang der 90-er Jahre zusammen, um in der Elektronenmikroskopie ein neues Konzept zu verfolgen, das es erlaubt, die Auflösung bis in den atomaren Bereich voranzutreiben. Es beruht auf dem Ansatz, zur Korrektur der bis dahin technisch unvermeidbaren Abbildungsfehler der Elektronenoptik magnetische Multipole als unrunde Linsen zu verwenden.

Es gelang nicht nur zu zeigen, dass man auf der Basis der von ihnen vorgeschlagenen Technik tatsächlich fehlerkorrigierte Elektronenlinsen bauen und die Materie im atomaren Bereich untersuchen kann. Sie setzten diese Idee auch technisch um und bauten bis 2001 den Prototypen eines fehlerkorrigierten Elektronenmikroskops. Das wurde ab 2004 zum Stammvater einer neuen Generation von kommerziellen Geräten. Heute fertigen alle großen Elektronenoptikunternehmen Mikroskope auf der Basis dieser Optik, die vom Heidelberger Unternehmen CEOS geliefert bzw. in Lizenz gefertigt wird.

Die Elektronenmikroskopie ist eine Schlüsseltechnik. Sie bedient sich der kurzen Wellenlänge der Elektronenstrahlen, die gebündelt durch Magnetfelder als Linsen Vergrößerungen erlauben, die über zehntausend Mal höher sind als im besten Lichtmikroskop. Von der Aufklärung der Funktion biologischer Makromoleküle, der Identifikation von Viren bis zur Struktur von Kohlenstoff-Nanoröhrchen, von der Physik und der Fertigung neuer Chips für die Mikroelektronik, von der Entwicklung von Höchstleistungswerkstoffen für eine sichere und energiesparende Verkehrstechnik bis zur Photovoltaik und anderen Formen kohlendioxidfreier Energieerzeugung, überall leistet die Elektronenmikroskopie Beiträge mit Schlüsselcharakter.

Prof. Achim Bachem, Vorstandvorsitzender des FZJ, beglückwünschte die drei Physiker: „Mit dieser Auszeichnung erhält diese innovative Forschungsleistung und ihr Verdienst für das Gebiet der Elektronenoptik seine verdiente Würdigung.” Der letzte an einen deutschen Wissenschaftler vergebene Wolf-Preis für Physik ging 2007 an den Jülicher Forscher und Nobelpreisträger Peter Grünberg.
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