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Pentagon zahlt für Forschung an RWTH Aachen

Von: Claudia Schweda und Lukas Weinberger
Letzte Aktualisierung:
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Das Hauptgebäude der RWTH Aachen. Archivfoto: dpa

Aachen. Das US-Verteidigungsministerium hat in den vergangenen Jahren mit mehr als zehn Millionen Dollar Projekte an deutschen Hochschulen und Forschungsinstitute finanziert. Das haben Recherchen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und der „Süddeutschen Zeitung“ ergeben. Unter den mindestens 22 geförderten Hochschulen und Forschungsinstituten befindet sich auch die RWTH Aachen.

Die Verträge zwischen dem US-Verteidigungsministerium und den Einrichtungen finden sich auf der öffentlich zugänglichen Datenbank der amerikanischen Regierung unter www.usaspending.gov. Dort tauchen drei RWTH-Projekte auf, die vom US-Verteidigungsministerium zwischen 2009 und 2013 mit insgesamt 428.370 US-Dollar (316.000 Euro) gefördert wurden.

RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg wollte das am Montag auf Anfrage unserer Zeitung weder bestätigen noch dementieren. „Wir geben prinzipiell keine Informationen zu unserer Auftragsforschung heraus“, sagte er - durchaus mit Blick auf die Diskussion um ein Hochschulzukunftsgesetz in NRW, in dem die Veröffentlichung von Drittmittelgebern zwingend vorgeschrieben werden soll.

Die Veröffentlichung der Forschungen obliege den Richtlinien des Auftraggebers. An diesem Prinzip hält Schmachtenberg eisern fest - auch wenn das US-Verteidigungsministerium die Forschungsbeziehung mit der RWTH Aachen bereits öffentlich gemacht hat. „Wir würden unsere Position am Markt der Auftragsforschung und Hunderte Arbeitsplätze in Aachen sehr gefährden, wenn wir freimütig über Auftraggeber und Inhalte der Forschungen sprechen würden“, sagte Schmachtenberg. Die RWTH steht mit 258 Millionen Euro Drittmitteln im Jahr 2013 an der Spitze aller Hochschulen in Deutschland.

Warum eine so große Aufregung um Drittmittel aus dem Pentagon entsteht, ist Schmachtenberg rätselhaft. „Wir verstehen in Deutschland nicht, dass das US-Verteidigungsministerium einer der größten Auftraggeber in der Forschung ist und viel Grundlagenforschung fördert.“ Der Rektor garantiert, dass die RWTH nur Forschung betreibe, die gesetzlich zulässig und ethisch vertretbar sei. Am Ende könne ein Forscher nie sicherstellen, dass seine Ergebnisse nur friedlich genutzt werden.

Am kommenden Freitag wird sich auf Antrag der Piraten-Fraktion der NRW-Landtag in einer aktuellen Stunde mit dem Thema Rüstungsforschung an Hochschulen beschäftigen.

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