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Online-Studienzulassung hinkt: „Plan B” für NRW

Von: dpa
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Berlin/Düsseldorf. Das neue Hochschul-Zulassungssystem via Internet wird auch 2012 noch nicht an allen Universitäten und Fachhochschulen startklar sein.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa gibt es dort, wo noch mit einer älteren Software-Version gearbeitet wird, nach wie vor erhebliche Schnittstellen-Probleme. Die Zahl dieser Hochschulen wird auf rund 150 geschätzt. Dies wäre nahezu jede zweite Universität oder Fachhochschule.

„Das System funktioniert nicht”, bestätigte Nordrhein-Westfalens Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD). Für den doppelten Abitur-Jahrgang werde NRW deswegen auf einen „Plan B” setzen. „Wir bereiten uns auf den schlimmsten Fall vor.” Solange das System nicht bundesweit laufe, müssten sich die Studierenden weiterhin bei jeder einzelnen Hochschule bewerben.

Seit Jahren gibt es regelmäßig zum Wintersemester Klagen über das Einschreib-Chaos an den Hochschulen. Bis zu 20 000 Studienplätze in den begehrten Numerus-clausus-Mangelfächern (NC) konnten pro Jahr nicht besetzt werden, weil es seit Abbau der Dortmunder ZVS kein bundesweit koordiniertes Bewerbungs- und Nachrückverfahren mehr gibt.

Die Stiftung Hochschulstart mit Vertretern der 16 Länder und der Hochschulrektoren will an diesem Donnerstag in Berlin entscheiden, wie weiter zu verfahren ist. Hochschulen, die eine aktuelle Software nutzen, könnten an dem neuen Bewerbungs- und Einschreibverfahren 2012 problemlos teilnehmen, heißt es in Briefen an mehrere Hochschulen. Experten halten es allerdings für nötig, dass etwa 90 Hochschulen teilnehmen, um Doppeleinschreibungen und die damit verbundenen lästigen Blockaden freier NC-Studienplätze tatsächlich zu vermeiden.

Laut Schulze wird derzeit an neuen Programmierungen gearbeitet, um die Schnittstellen-Probleme zu lösen. Zum Wintersemester 2012/13 sei dann eine Pilotphase mit geeigneten Universitäten geplant, berichtete sie. Die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulla Burchardt (SPD), sagte der dpa: „Die Testläufe mit der alten Hochschul-Software bestätigen die Aussage, dass man aus einem 13 Jahre alten Gebrauchtwagen keinen Formel 1-Wagen machen kann.”

Für die Entwicklung eines neuen Bewerbersystems hat der Bund 15 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Ursprünglich sollte das System bereits im Frühjahr 2011 starten. Inzwischen erstreiten sich immer mehr Studenten ihren Studienplatz vor Gericht.

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