Bonn - Neuer Test der Studienstiftung: Jetzt selbst bewerben

Neuer Test der Studienstiftung: Jetzt selbst bewerben

Von: dpa
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Bonn. Studenten dürfen sich bei der Studienstiftung des deutschen Volkes künftig auch selbst um ein Stipendium bewerben. Dazu hat die Stiftung einen neuen Test entwickelt.

Auf diesen können Bewerber sich jetzt mit Hilfe von Beispielaufgaben im Internet vorbereiten. Die Lösungen auswendig zu lernen, bringe aber nichts, sagte Sprecherin Cordula Avenarius in Bonn dem dpa-Themendienst. Es helfe auch nicht, Faktenwissen zur Allgemeinbildung oder dem Studienfach zu pauken. „Das ist kein Wissenstest. Wir prüfen kognitive Fähigkeiten.” So müssten Bewerber etwa Texte analysieren, Diagramme interpretieren und räumliches Vorstellungsvermögen beweisen.

Bisher müssen Studenten beim größten Begabtenförderwerk in Deutschland etwa von Professoren für ein Stipendium vorgeschlagen werden. Es umfasst 80 Euro Büchergeld und bis zu 585 Euro im Monat für Lebenshaltungskosten. Um an das Geld zu kommen, gibt es im kommenden Jahr einen neuen Weg: Dann könnten sich Studenten an Unis und Fachhochschulen, die derzeit im ersten oder zweiten Semester sind, auch von sich aus bewerben, wie Avenarius erläutert. Gute Noten spielten dabei keine Rolle.

Zum Test können Studenten sich vom 5. Februar bis 5. März 2010 anmelden. Er wird am 17. und 27. April 2010 im Umkreis von sechs Städten angeboten: Berlin, Erfurt, Hamburg, Stuttgart, Köln und München. Die Teilnahmegebühr beträgt 50 Euro, die Hälfte zahlen Bafög-Empfänger und Studenten, deren Eltern keine Akademiker sind. Die Aufgaben müssen Studenten unter Aufsicht am PC lösen. „Das sind häufig Multiple-Choice-Fragen”, erklärte Avenarius. Insgesamt sollten Bewerber rund fünf Stunden Zeit mitbringen. Die Ergebnisse werden ab dem 15. Mai 2010 im Internet bekanntgegeben.

Die Besten im Test werden zwischen Juni und Juli 2010 zu einem Auswahlverfahren geladen. Dann müssten sie zum Beispiel ein Referat halten oder in einer Gruppendiskussionen eine gute Figur abgeben. Bis zu 500 Kandidaten sollen über den Test in die engere Wahl kommen, sagte Avenarius. Für sie stehen die Chancen auf ein Stipendium nicht schlecht: Von den Bewerbern im Auswahlgespräch werde gut jeder Dritte genommen. So erhielten 2008 von 9024 Kandidaten im Auswahlverfahren 3455 einen Zuschlag - das entspricht einer Quote von 38,3 Prozent.

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