Neue Studiengänge sollen weniger Stress verursachen

Von: Martin Teigeler, ddp
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Bonn. Die Kultusminister der Länder haben sich mit den Rektoren der Hochschulen auf eine Reform der umstrittenen Bachelor- und Masterstudiengänge geeinigt. Die Prüfungsbelastung solle auf „grundsätzlich nicht mehr als eine Prüfung pro Modul” reduziert werden, hieß es in einer Mitteilung nach gemeinsamen Beratungen in Bonn.

Die Arbeitsbelastung für Studenten wolle man auf ein „realistisches und vertretbares Maß” reduzieren. Am Rande der Beratungen demonstrierten Tausende Studenten und Schüler. Den sogenannten Bologna-Prozess zur europaweiten Angleichung der Studienabschlüsse wollen die Länderminister und Hochschulchefs aber fortsetzen. „Die Studierbarkeit der Studiengänge steht dabei an vorderster Stelle”, teilten die Gremien weiter mit.

Die gemeinsamen Strukturvorgaben für die Bachelor- und Masterstudiengänge wollen Länder und Hochschulen „flexibilisieren”. Auch einzelne Länder sollten keine spezifischen Regelungen treffen, die die Gestaltungsfreiheit der Hochschulen einengen. Man habe somit Kritik der Studenten aufgenommen und Entscheidungen getroffen. Nun solle es wieder einen geregelten Studienbetrieb geben, forderten die Konferenzen der Rektoren und Kultusminister.

Rund 4000 Studenten, Schüler und Auszubildende demonstrierten am Rande der Kultusministerkonferenz in Bonn für Bildungsreformen. Die Proteste verliefen laut Polizei friedlich. Auch in zahlreichen anderen deutschen Städten veranstalteten Studenten am Donnerstag Protestaktionen. Die Gewerkschaften und das Netzwerk attac erklärten sich mit den Demonstranten solidarisch.

Seit Wochen wird an den Universitäten bundesweit gegen Studiengebühren und verschulte Studiengänge demonstriert. Dabei kam es in zahlreichen Städten zu Hörsaal-Räumungen durch die Polizei. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion begrüßte das „konsequente Handeln” zur „Korrektur der Missstände bei der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master”. Mit der Änderung der gemeinsamen Strukturvorgaben der Länder sorge die Kultusministerkonferenz für die Flexibilisierung der Studienzeit, die Verringerung der Prüfungsdichte und die Verbesserung der Mobilität zwischen den Hochschulen, sagte Unions-Bildungsexperte Albert Rupprecht (CSU). Nun müssten die Hochschulen die neu gewonnenen Spielräume nutzen.

SPD-Vize Hannelore Kraft forderte eine weitergehende Überprüfung der Bologna-Reform. „Die Studierenden können noch nicht einmal innerhalb von Nordrhein-Westfalen die Uni wechseln, ohne befürchten zu müssen, dass einzelne Module ihres Studiums nicht anerkannt werden”, sagte die NRW-SPD-Landeschefin. Nötig sei „deshalb eine Art Bologna-TÜV, um die Missstände zu beseitigen”.
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