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Neubau „Innotex” feierlich übergeben

Von: Christoph Classen
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Symbolische Schlüsselübergabe am „Innotex”, dem Neubau des Instituts für Textiltechnik: : RWTH-Direktor Prof. Ernst Schmachtenberg, Prof.Thomas Gries, Klaus Huneke, Fritz P. Mayer, Karl-Uwe Butof, Dr. Walter Pelzer, Alexander Kochs und Harald K. Lange (von links). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Es überrascht nicht, dass am Institut für Textiltechnik (ITA) Vergangenheit und Zukunft in auffallend galanter Weise miteinander verwoben werden.

Zu feiern gab es gleich zwei Anlässe: Da war zum einen das 75-jährige Bestehen der Lehr- und Forschungsstätte, die mittlerweile zu den größten Instituten der RWTH gehört. Und zum anderen galt es, den Erweiterungsbau namens „Innotex” einzuweihen, der für die zukünftige Fortschreibung der langen Erfolgsgeschichte den räumlichen Rahmen liefern soll.

Entsprechend groß war die Zahl der Gäste, die zur Otto-Blumenthal-Straße strömte. Auch auf der Rednerliste hatte sich die Tragweite des Ereignisses niedergeschlagen. Für Dr. Walther Pelzer ein Zeichen, „dass das Institut sehr beliebt ist.” Nicht zuletzt weil es für „Material gewordenen Wissenstransfer” stehe, wie der Experte aus dem NRW-Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie befand.

Der Erfindergeist der ITA-Forscher ist jedenfalls nicht mehr zu übersehen. „Sie sind in der glücklichen Situation, ihre Ergebnisse nicht in Vitrinen zeigen zu müssen”, sagte Karl-Uwe Bütof, Ministerial-Dirigent beim NRW-Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie, und fügte hinzu: „Es reicht, wenn sie demonstrativ an die Wand klopfen.” Denn die wurde aus Textilbeton gefertigt. Das ist ein neuartiger Werkstoff, der vom ITA entwickelt wurde und an der Fassade des Neubaus zu seiner bislang größten bautechnischen Verwendung kam. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Entwickler großes Vertrauen in ihre Erfindung setzen.

Sie sind da nicht die Einzigen. Als einer der ersten Architekten überhaupt konnte Alexander Kochs vom Büro „Carpus + Partner”, das für den ITA-Neubau verantwortlich zeichnete, Erfahrung mit der Verwendung von Textilbeton sammeln. Kochs bilanzierte: „Ich denke, dass das neue Material bald in vielen Gebäuden zu finden sein wird.” Dieser Auffassung schloss sich Dr. Thomas Rachel nahtlos an. Auch weil der Textilbeton dem Klimaschutz Rechnung zolle.

Im Vergleich zu gängigen Materialien fielen bei der Produktion deutlich weniger Emissionen an. „420 Tonnen CO2 konnten bei diesem Neubau eingespart werden”, verdeutlichte Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Dienste des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die 6,3 Millionen Euro, die die Bundesregierung zum insgesamt 12,5 Millionen Euro teuren Neubau beigesteuert habe, sieht er jedenfalls bestens angelegt. Das ITA, mit seiner Gesamtfläche von 4000 Quadratmetern, auf denen 170 Maschinen und 200 Mitarbeiter Platz finden, ist nicht zuletzt ein Ort, wo die Fäden von Forschung Und Industrie zusammenlaufen.

Dass das Gewerbe um das Gewebe mit Stricken und Häkeln heute höchstens noch peripher etwas zu tun hat, wurde jedenfalls deutlich. Auch wenn im ITA die Kleidung nach wie vor eine Rolle spielt. Dabei geht aber mehr um „Smart Textiles” und „Berufskleidung mit integrierter Sensorik”, wie der Vorsitzende des Forschungskuratoriums Textil, Klaus Huneke sagte. Schließlich war es an Harald K. Lange, Leiter der Aachener Niederlassung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs, der als Bauherr fungierte, den Schlüssel zum Neubau an Institutsleiter Professor Thomas Gries zu übergeben.
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