Modellprojekt: Verkürzte Ausbildung für Studienabbrecher

Von: Katarina Fenske
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Oberbürgermeister Marcel Philipp stellt gemeinsam mit lokalen Partnern das Modell „Switch” vor. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ab Herbst heißt es für Studienabbrecher „Durchstarten statt abwarten”. Der Fachbereich Wirtschaftsförderung/Europäische Angelegenheiten der Stadt Aachen hat in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern das Modellprojekt „Switch” auf die Beine gestellt.

Hierbei können Studienabbrecher aus einem Mint-Fach (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik) eine verkürzte Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung absolvieren. „Uns ist es wichtig, dass den Studenten, die mit ihrem Studium nicht klarkommen, Alternativen aufgezeigt werden. Sie sollen nicht plötzlich als ungelernte Hilfskräfte dastehen”, erklärt Prof. Aloys Krieg, Prorektor für Lehre der RWTH Aachen.

Die Abbrecherquote in den Mint-Fächern liegt bei ungefähr 40 Prozent. Deshalb sei es wichtig, sich intensiv mit der Verbesserung der Situation von Studienabbrechern zu beschäftigen, sind sich die Initiatoren von „Switch” einig. Auch könne man auf diesem Wege dem demographischen Wandel und dem daraus resultierenden Fachkräftemangel entgegenwirken, ergänzt Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Ausbildung mit Erfolg

„Viele Studenten beginnen ihr Studium, weil sie endlich programmieren wollen”, sagt Dr. Dirk Wimmenauer, Geschäftsführer von Aucos Elektronische Geräte. „Doch das kann man an der Uni nicht. In einer Ausbildung ist das natürlich anders.” So ließ er in seiner Firma schon einige Studienabbrecher in verkürzter Zeit ausbilden und dies mit Erfolg.

Voraussetzungen für die duale Ausbildung sind mindestens zwei Semester Studium in einem der Mint-Fächer und eine entsprechende Studienleistung (mindestens 20 Creditpoints). Auch richtet sich „Switch” an Studienabbrecher aus anderen Fachbereichen mit entsprechenden Vorkenntnissen im Bereich Hardware- und Softwaresysteme.

Während der Ausbildung arbeiten die Teilnehmer an vier Tagen in einem Betrieb und besuchen einen Tag und Abend das Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung. „Der Vorteil der dualen Ausbildung liegt ganz klar in der kurzen Zeit von 18 Monaten. Diese ist möglich, weil bei ,Switch die Kernfächer im Mittelpunkt stehen und andere Fächer, wie Deutsch und Religion, in den Hintergrund rücken”, berichtet Günter Scherer, Direktor des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung.

„Eine hohe Zahl an Switch-Bewerbern ist wünschenswert. Nur so kann sich das Projekt auch in Zukunft etablieren”, sagt Heinz Gehlen, Geschäftsführer von der Industrie- und Handelskammer Aachen. Zum Start im September 2011 rechne man mit einer Klasse von bis zu 30 Schülern.

Interessenten sollten ihre Bewerbung bis zum 18. April an switch@mail.aachen.de schicken. Weitere Auskünfte erhalten Interessierte bei Ulrike Fehsenfeld, Fachbereich Wirtschaftsförderung/Europäische Angelegenheiten, 0241/432-7657.
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